Montag, 23. Oktober 2017

Nun, mein Sohn, gebiete ich dir, alle ihre Eide und ihre Bündnisse ... zurückzuhalten

Alma der Jüngere spricht weiter zu Helaman: „Und nun, mein Sohn, gebiete ich dir, alle ihre Eide und ihre Bündnisse und ihre Vereinbarungen in ihren geheimen Greueln zurückzuhalten; ja, auch alle ihre Zeichen und ihre Wundertaten sollst du diesem Volk vorenthalten, damit es sie nicht kennt, damit es nicht etwa auch in Finsternis verfällt und vernichtet wird.“ (Alma 37:27).
Nun, mein Sohn, gebiete ich dir, alle ihre Eide und ihre Bündnisse ... zurückzuhalten. Warum wohl gebietet Alma der Jüngere seinem Sohn die geheimen Gräuel der Jarediten seinem Volk vorzuenthalten? Der Herr selber hat doch gesagt, dass wir Gegensätze brauchen, um uns für oder gegen etwas entscheiden zu können, das Gute zu wählen oder das Schlechte (2. Nephi 2:15-16).
Von Patrick Woodford (*1970), Pfarrer und Gelegenheitsaphoristiker, stammt der Aphorismus: „Zu viel bringt zu Fall!“ und ein deutsches Sprichwort sagt: „Zuviel zerreißt den Sack.“ oder eher bekannt: „Was zu viel ist, ist zu viel.“ Boyd K. Packer, verstorbener Präsident des Kollegiums der Zwölf Apostel, hat erklärt, dass es Neugier wecken kann, mit Sünde herumzuexperimentieren, wenn man zu ausführlich darüber spricht: „Ich bin davon überzeugt, dass zwei der größten Fehler darin bestehen, dass man zu viel über ein Thema sagt oder dass man es zum falschen Zeitpunkt sagt … Stellen Sie sich einmal einen Vater und eine Mutter vor, die für eine Weile das Haus verlassen. Bevor sie gehen, sagen sie zu ihren kleinen Kindern, die allein zu Hause bleiben: ‚Seid schön brav, Kinder! Ihr könnt alles Mögliche machen, solange wir weg sind, aber stellt ja nicht die Fußbank in die Speisekammer und steigt nicht hinauf und nehmt vom vierten Fach die Keksdose und holt dahinter die Bohnen hervor und steckt sie euch in die Nase!‘ Genauso töricht sind manche von uns. Dieses Beispiel ist nicht mehr ganz so amüsant, wenn man sich vorstellt, was die Kinder wohl als Erstes tun werden, wenn die Eltern weg sind. Wir können gewiss klüger vorgehen.“ (Teach Ye Diligently,1975, Seite 256f.) Ich lerne, dass ich mit meinem Wissen weise umgehen muss. Ich muss gebeterfüllt entscheiden, wann der Aphorismus „Zu viel bringt zu Fall!“ greift. Wie gehst du mit der Weitergabe von Wissen, das Gefahren in sich birgt, um?
Ein Sack Kartoffeln: Der Verbrauch des Nachtschattengewächses ist in Deutschland deutlich zurückgegangen.„Zuviel zerreißt den Sack.“
(Bild: Quelle)

Sonntag, 22. Oktober 2017

Wenn sie nicht umkehren, werde ich sie vom Antlitz der Erde hinweg vernichten

Alma der Jüngre zitiert gegenüber seinem Sohn Helaman das Wort Gottes (Alma 37:24): „Ich werde alle ihre geheimen Werke und ihre Greuel aus der Finsternis ans Licht hervorbringen; und wenn sie nicht umkehren, werde ich sie vom Antlitz der Erde hinweg vernichten, und ich werde alle ihre Geheimnisse und Greuel ans Licht bringen, für jede Nation, die das Land später noch besitzen wird.“ (Alma 37:25).
Wenn sie nicht umkehren, werde ich sie vom Antlitz der Erde hinweg vernichten. Fast dieselben Worte finden wir noch zweimal im Buch Mormon; einmal auch als Aussage des Herrn und beim zweiten Mal als Aussage eines gottesfürchtigen Hauptmanns der nephitischen Heere:
Um 148 v. Chr. war ein König an der Herrschaft, dessen Leben, „... soviel wert sein [wird] wie ein Kleid in einem heißen Ofen ...“ (eckige Klammer hinzugefügt; Mosia 12:3). Er herrschte über eine Gruppe Nephiten im Land Nephi und verführte diese dazu, ebenso schlecht zu sein (Mosia 11:1-15). Der Herr sandte den Propheten Abinadi und ließ dem Volk verkünden: „... Wenn sie nicht umkehren, werde ich sie völlig vom Antlitz der Erde hinweg vernichten; ...“ (Mosia 12:8). Weil Abinadi dem Herrn gehorsam blieb und den bösen Absichten König Noas und seiner Priester widerstand, wurde er von ihnen hingerichtet (Mosia 17:20).
Um die 63 v. Chr. waren die Nephiten in einen Krieg mit den Lamaniten verstrickt und zwischen dem König der Lamaniten, Ammoron, und dem obersten Hauptmann der nephitischen Streitkräfte, Moroni, fand ein Briewechsel bezüglich Gefangenenaustausch statt. Nachdem in dem Briefwechsel aus Sicht Moronis keine zufriedenstellende Lösung zustande kam, äußerte Moroni: „... ich werde euch Kampf liefern, selbst bis ihr vom Antlitz der Erde hinweg vernichtet seid.“ (Alma 54:12).
Alle diese Aussagen erfüllten sich und so sie sich auch noch auf unsere Zeit beziehen, werden sie sich weiterhin erfüllen. Das Volk Jareds hat sich selber vollständig vernichtet (Ether 15) und zumindest der lamanitische König wurde, weil er seine Mordabsichten nicht aufgab, von den Nephiten geschlagen (Alma 54:9,13; 62:36).
Wir fragen uns natürlich, warum lässt der Herr Kriege, Morde usw. zu. Zu einen, weil der Mensch frei ist, selber zu entscheiden und zu handeln (Helaman 14:30) und der Herr in seine Entscheidungsfreiheit nicht eingreift und auch zulässt, die Folgen selber zu tragen. Des Weiteren: Damit Gerechtigkeit über die Schlechten komme (Alma 60:13). Ich lerne daraus, dass ich mit den Konsequenzen meiner Entscheidungen und Handlungen leben muss. Will ich nicht „vom Antlitz der Erde hinweg“ vernichtet werden, hat mir der Herr die Möglichkeit der Umkehr eröffnet (Alma 37:26). Wem gibst du die Schuld für Konsequenzen deiner Entscheidungen?

Entscheide lieber ungefähr richtig, als genau falsch. - Johann Wolfgang von Goethe(Bild: Quelle)

Samstag, 21. Oktober 2017

Ich will für meinen Knecht Gazelem einen Stein bereiten

Alma der Jüngere zitiert seinem Sohn Helaman Aussagen des Herrn in Bezug auf die Veröffentlichung der Schlechtigkeiten der Jarediten: „... Ich will für meinen Knecht Gazelem einen Stein bereiten, der in der Finsternis wie Licht leuchten wird, damit ich meinem Volk, das mir dient, aufdecke, damit ich ihnen die Werke ihrer Brüder aufdecke, ja, ihre geheimen Werke, ihre Werke der Finsternis und ihre Schlechtigkeit und ihre Greuel.“ (Alma 37:23).
Ich will für meinen Knecht Gazelem einen Stein bereiten. In diesem Zitat fällt es schwer zu erkennen, wer oder was mit Gazelem gemeint ist.
In Bezug auf Gazelam hat Bruce R. McConkie, ein verstorbenes Mitglied des Kollegiums der Zwölf, geäußert, dass in den ersten Tagen der Wiederherstellung in Offenbarungen des Herrn für angesprochene Personen ungewöhnliche Namen eingesetzt wurden, sodass sie von der Welt nicht identifiziert werden konnten. Die Zeit, diese Namen zu verschleiern ist inzwischen vorbei und jetzt sind in den entsprechenden Passagen ihre richtigen Namen eingesetzt. Zwei dieser Namen, die für den Propheten Joseph Smith genutzt wurden, sind Gazelam und Henoch. Mit Bezug auf den Namen Gazelam, ist es interessant festzustellen, dass Alma in seinen Weisungen gegenüber Helaman, sowohl den Urim und Thumim, als auch das Buch Ether aufzubewahren, auch sagt, dass diese Berichte durch den Diener des Herrn Gazelem hervorgebracht werden, der bei seiner Übersetzung einen Stein benutzen wird. Es mag sein, dass Gazelem eine Variante von Gazalam ist, und dass Alma Bezug herstellt zum Propheten Joseph Smith, der in der Tat einen Teil des Berichtes von Ether hervorbrachte. Es könnte aber auch sein, dass Gazelem (Gazelam) als Titel etwas mit der Macht altertümliche Berichte zu übersetzen zu tun hat und Alma sich auf irgendeinen nephitischen Propheten bezog, der den Bericht von Ether, in den goldenen Zeiten nephitischer Geschichte, ans Licht brachte. (Siehe Mormon Doctrine 1966 S. 219/220). Was lerne ich daraus? Dass es immer noch Geheimnisse gibt, die wir nicht kennen, aber bestimmt die Zeit kommen wird, wo wir die entsprechende Kenntnis erlangen werden (Jakob 4:8; Mosia 8:19; Alma 12:10). Je eifriger ich studiere und Glauben übe (Lehre und Bündnisse 88:118), je mehr Geheimnisse werden sich mir durch Offenbarung entfalten. Was unternimmst du, um die Geheimnisse Gottes aufzudecken?


(Bild: Quelle)

Freitag, 20. Oktober 2017

Nun will ich zu dir über diese vierundzwanzig Platten sprechen

Alma der Jüngere zu seinem Sohn Helaman: „Und nun will ich zu dir über diese vierundzwanzig Platten sprechen, damit du sie bewahrst, damit die Geheimnisse und die Werke der Finsternis und ihre geheimen Werke, nämlich die geheimen Werke desjenigen Volkes, das vernichtet worden ist, diesem Volk kundgetan werden; ja, all ihr Morden und Rauben und ihr Plündern und alle ihre Schlechtigkeit und ihre Greuel mögen diesem Volk kundgetan werden; ja, und damit du diese Übersetzer bewahrst.“ (Alma 37:21).
Nun will ich zu dir über diese vierundzwanzig Platten sprechen. Gestern hörte ich mit einer Frage auf: „Welche Platten habe ich bei meiner Aufzählung unterschlagen?“ Ich denke, du wirst drauf gekommen sein. Es handelt sich um die vierundzwanzig Platten (Mosia 8:9), über die Alma der Jüngere nun zu seinem Sohn Helaman spricht. Diese Platten stammen von einem vernichteten Volk (Mosia 8:8). Sie wurden von einem Trupp König Limhis um 121 v. Chr. gefunden, der nach dem Land Zarahemla suchte. König Limhi sprach mit Ammon über diesen Fund und fragte ihn, wer Sprachen beherrschen würde, um die Platten zu übersetzen (Mosia 8:6). Sie waren darauf bedacht, in Erfahrung zu bringen, um welches Volk es sich hier handelte (Mosia 8:12). Ammon wusste von einem solchen Mann (Mosia 8:13), einem Seher, der mittels Übersetzersteinen in der Lage war, die Schriften zu übersetzen (Mosia 8:19). Die Übersetzung wurde von Moroni stark abgekürzt und ist als das Buch Ether bekannt (Ether 1:1-2). Moroni hat den Teil der von der Erschaffung der Welt und von Adam bis hin zum Turmbau zu Babel berichtet, weggelassen, da er den Nephiten schon bekannt war. Er gibt also nur den Teil wieder, der den Zeitraum vom Turmbau bis zu ihrer Vernichtung betrifft (Ether 1:3-5). Das Buch bekommt den Namen dessen, der es geschrieben hatte, Ether, und er gehörte zum Volk der Jarediten (Ether 1:6), die zuzeiten des Turmbaus vom Herrn nach Amerika, ins verheißene Land geführt wurden (Ether 2:5-7).
Weil auch diese Platten bewahrt blieben, haben wir heute Kenntnis davon, dass der Herr einen Teil seines Volkes zuzeiten des Turmbaus zu Babel per Schiff nach Amerika umsiedelte, und zwar etwa 1900 Jahre vor Lehi und den Seinen, die um 600 v. Chr. aus Jerusalem auswanderten. Wir erfahren, wie sich Christus in seiner vorirdischen Gestalt Jareds Bruder zeigte, weil dieser einen so außerordentlich starken Glauben hatte (Ether 3:9,13). Wir erfahren, dass sie eine mächtige Nation wurden, aber auch wie sie ihre Schlechtigkeit schlussendlich zur völligen Vernichtung führte (Ether 15:19). Wir erfahren auch, dass in Amerika, dem verheißenen Land, von dem Überrest des Hauses Josephs, ein `neues Jerusalem´ errichtet werden wird (Ether 13:8-10). Der Herr hat es für sinnvoll erachtet, diesen Bericht auch uns zukommen zu lassen. So sehe ich mich verpflichtet auch daraus meine Lehren für mich zu ziehen über: den Grundsatz des Betens; die Notwendigkeit Glauben an Christus zu üben, wenn ich geistige Erkenntnisse erlangen möchte; die Bemühungen von Propheten, die Menschen zur Umkehr zu bewegen; die Folgen, die diejenigen ereilen, die Christus und seine Propheten ablehnen, bis hin zur gänzlichen Vernichtung derjenigen im verheißenen Land (Ether 2:8-9). Welche Lehren aus diesem Bericht sind für dich anregend?

Der Turmbau zu Babel (Peter Bruegel d. Ä.; 1563)
(Bild: Quelle)

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Du musst dich in allem, was du mit ihnen zu tun hast, an den Herrn wenden

Alma übergibt seinem Sohn Helaman die Platten und sonstigen heiligen Dinge zur weiteren Verwahrung und Bearbeitung, diesmal verbunden mit einer Wenn-Und-Funktion, und verheißt ihm: Wenn du aber die Gebote Gottes hältst und mit diesen Dingen, die heilig sind, so tust, wie der Herr es dir gebietet (denn du musst dich in allem, was du mit ihnen zu tun hast, an den Herrn wenden), siehe, dann kann keine Macht der Erde oder der Hölle sie dir nehmen, denn Gott ist mächtig, alle seine Worte zu erfüllen.“ (Hervorhebung hinzugefügt; Alma 37:16).
Du musst dich in allem, was du mit ihnen zu tun hast, an den Herrn wenden. Was wurde alles von Generation zu Generation weitergegeben und musste mit dem Herrn abgesprochen werden? Da waren zunächst die Messingplatten, die die fünf Bücher Mose enthielten. Hinzu kamen die ständig fortgeführten eigenen Aufzeichnungen. Des weiteren gehörten dazu die Übersetzersteine inklusive Brustschild (Mosia 28:13-16,20; Alma 37:3-4,38), das Schwert Labans sowie der Liahona oder Richtungsweiser (Mosia 1:16).
All diese Dinge wurden also von Generation zu Generation an würdige Männer Gottes weitergegeben und durch die Hand des Herrn bewahrt, bis sie von Mormon im Hügel Cumorah sicher verwahrt wurden (Mormon 6:6), bis auf einen kleinen Teil der Berichte, die sein Sohn Moroni weiterführen sollte und der sie dann etwa im Jahre 421 n. Chr. zu diesen Dingen im Hügel hinzufügte (Moroni 10:1-2). Nachdem alle das taten, was der Herr ihnen gebot, konnten sie von ebendiesem Moroni, nun als auferstandenes Wesen, nach einer vierjährigen Vorbereitungszeit, 1827 an Joseph Smith übergeben werden (Joseph Smith-Lebensgeschichte 1:42,50-54,59; Lehre und Bündnisse 17:1), so wie es der Psalmist schon vorhergesagt hatte (Psalm 85:12), oder wie der Herr dem Henoch prophezeite: „... Wahrheit werde ich aus der Erde hervorgehen lassen ...“ (Köstliche Perle Mose 7:62) und nicht zuletzt Moroni selber sagte: „...es wird aus der Erde hervorgebracht werden ...“ (Mormon 8:16). Joseph wurde von Gott beauftragt, die aus der Erde hervorgekommenen nephitischen Aufzeichnungen zu übersetzen (Lehre und Bündnisse 1:29). Jetzt ist das in Erfüllung gegangen, was der Herr als seine `weise Absicht´ bezeichnete (1. Nephi 9:5), um künftigen Generationen seine Mach zu zeigen (Alma 37:18). Seit 1830 ist die ganze Welt Nutznießer dieser weisen Absicht. Sie hält ein Buch in der Hand, von dem Joseph Smith sagte: „Ich habe den Brüdern gesagt, das Buch Mormon sei das richtigste aller Bücher auf Erden und der Schlussstein unserer Religion und wenn man sich an dessen Weisungen halte, werde man dadurch näher zu Gott kommen als durch jedes andere Buch.“ (Einleitung zum Buch Mormon). Welche Erfahrungen hast du schon mit diesem Buch gemacht? Ach, und heute bitte ich noch um eure Hilfe: Welche Platten habe ich bei meiner Aufzählung unterschlagen? Ihr könnt eure Antwort als Kommentar hinterlassen.

Das Buch Mormon, neben der Bibel ein weiterer Zeuge für Jesus Christus
(Bild: Quelle)

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ich sage dir mit dem Geist der Prophezeiung

Alma der Jüngere warnt seinen Sohn Helaman: „Und nun siehe, ich sage dir mit dem Geist der Prophezeiung: Wenn du die Gebote Gottes übertrittst, siehe, dann werden dir diese Dinge, die heilig sind, durch die Macht Gottes weggenommen werden, und du wirst dem Satan übergeben, damit er dich aussondere wie die Spreu vor dem Wind.“ (Alma 37:15).
Ich sage dir mit dem Geist der Prophezeiung. Wie uns auf der Titelseite des Buches Mormon erklärt wird, ist das gesamte Buch Mormon geschrieben „... durch den Geist der Prophezeiung und der Offenbarung ...“, und zwar „... für die Lamaniten, die ein Überrest des Hauses Israel sind, und auch für die Juden und die Andern ...“. - mit `die Andern´ sind hier die Nationen gemeint, die das Evangelium nicht haben, obwohl es im Volk israelitisches Blut geben mag (Apostelgeschichte 10:45; 11:18; Epheser 3:6). Zu diesen Andern sollte das Evangelium zuerst gebracht werden, bevor es auch zu den Juden gelangt (Lehre und Bündnisse 90:8-10) - damit erfüllt sich das Wort des Herrn: „Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.“ (Matthäus 19:30).
Der `Geist der Prophezeiung´ ist das Zeugnis Jesu (Offenbarung 19:10) und eine Gabe des Geistes, nach der wir streben sollen (1. Korinther 14:1). Da verstehe ich, dass jeder Sohn und jede Tochter Gottes diesen `Geist der Prophezeiung´ haben und nutzen kann. Der Prophet natürlich für das gesamte Volk, jeder der Verantwortung trägt für seinen Verantwortungsbereich. So auch Vater und Mutter für sich selber oder ihre Familie und jedes Kind für sich (Jakob 4:6,13). Wenn jemand prophezeit, dann gibt er kund, was Gott ihm zu seinem, oder seiner ihm anbefohlenen, Nutzen, zur Errettung der Seele erkennen lassen möchte. Ich lerne, dass es für mich und die mir anvertrauten, die Errettung bedeuten kann, wenn ich so lebe, dass ich würdig bin, den Geist der Prophezeiung haben zu dürfen, wie Mose es sich für sein ganzes Volk wünschte (Numeri 11:27-29). Wie ist dies möglich? Ich muss mich mit der gewünschten Thematik selber auseinandersetzen, Antworten finden, sie Gott vorlegen und fragen, ob sie seinem Willen entsprechen, dann wird er mir durch den Heiligen Geist antworten (Lehre und Bündnisse 8:2-3) und mich fühlen lassen, was richtig ist (Lehre und Bündnisse 9:8). Nutzen tut es mir natürlich nur, wenn ich dann auch drauf höre. Was wurde dir schon durch den Geist der Prophezeiung mitgeteilt?

A painting by Harry Anderson showing Samuel as a boy sitting up in bed and looking out the window where a bright light is shining.Samuel lernt den Geist der Prophezeiung kennen
(1. Samuel 3; Bild: Quelle)

Dienstag, 17. Oktober 2017

Denke daran, mein Sohn, dass Gott dir diese Dinge anvertraut hat

Alma der Jüngere spricht weiter zu Helaman: „Und nun denke daran, mein Sohn, dass Gott dir diese Dinge anvertraut hat, die heilig sind, die er heiliggehalten hat und die er auch in seiner weisen Absicht erhalten und bewahren wird, damit er künftigen Generationen seine Macht zeigen kann.“ (Alma 37:14).
Denke daran, mein Sohn, dass Gott dir diese Dinge anvertraut hat. Die Dinge, die Gott nun Helaman anvertraut, sind heilige Unterlagen, die auf Geheiß des Herrn zu einem besonderen Zweck angefertigt wurden und von Generation zu Generation weitergereicht wurden, mit dem Auftrag die Berichte fortzuführen. Diesen Auftrag hatte der Herr dem Sohn Lehis, Nephi, in seiner weisen Absicht um die 600 v. Chr. erteilt, wobei auch Nephi diese Absicht noch nicht kannte (Nephi 9:3-6).
Dabei kommt mir die Begebenheit der verloren gegangenen 116 Manuskriptseiten „... die aus dem ersten Teil des Buches Mormon übersetzt wurden, der das Buch Lehi genannt wurde.“ (Einleitung zu Lehre und Bündnisse 3) in den Sinn. Als Joseph Smith ein Manuskript von 116 Seiten übersetzt hatte, wurde er im Juni 1828 von Martin Harris dermaßen gedrängt, ihm dieses Manuskript zu überlassen, um ausgewählte Personen von deren Wahrheit zu überzeugen. Joseph befragte den Herrn zweimal und erhielt jeweils eine Absage. Bei der dritten Bitte gab der Herr nach und Martin wurde das Manuskript ausgehändigt, mit der Auflage, es nur seinem Bruder, seinen Eltern, seiner Frau und seiner Schwester zu zeigen. Das Ende vom Lied, Martin hielt sich nicht daran, und so ging das Manuskript verloren und Joseph wurde hart getadelt, da er das ihm `anvertraute´ leichtfertig aus den Händen gab (Lehre und Bündnisse 3:5-6). Er verlor sogar für kurze Zeit die Gabe des Übersetzens, bekam sie dann aber wieder (Lehre und Bündnisse 10:1-3). Auch Martin Harris ging nicht straflos aus: Laut Lucy Mack Smith, der Mutter Josephs, sind zwei Drittel von Harris's Ernte auf merkwürdige Weise durch einen dichten Nebel zerstört worden (Lucy Mack Smith, History 1845, S. 134 vorletzter Absatz). Drei Lehren, die ich daraus ziehe: 1. Es reicht, wenn der Herr mir einmal eine Absage erteilt, ich hüte mich davor, ihn weiterhin in meinem Sinne zu löchern. 2. Wenn mir etwas anvertraut wird, insbesondere, wenn es sich um von Gott Anvertrautes handelt - z. B. Versprechen bei einem heiligen Bündnis - werde ich mich hüten, davon etwas weiterzugeben. 3. Der Herr vergibt dessen ungeachtet meine Schwächen nach reuiger Umkehr. Wie gehst du mit dir Anvertrautem um?

Lucy Mack Smith, History 1845, S. 134 („It seemed ...“ der Absatz, in dem Lucy die Strafe Martins beschreibt)
(Bild: Quelle)

Montag, 16. Oktober 2017

Denke daran, mein Sohn Helaman, wie strikt die Gebote Gottes sind

Alma der Jüngere spricht: „O denke daran, denke daran, mein Sohn Helaman, wie strikt die Gebote Gottes sind. Und er hat gesprochen: Wenn ihr meine Gebote haltet, wird es euch wohl ergehen im Land—aber wenn ihr seine Gebote nicht haltet, werdet ihr von seiner Gegenwart abgeschnitten werden.“ (Alma 37:13).
Denke daran, mein Sohn Helaman, wie strikt die Gebote Gottes sind. Striktheit bedeutet, dass keine Einschränkungen gelten gelassen, keine Ausnahmen gemacht und keine Widersprüche geduldet werden.
Hier haben wir wieder die klassische Wenn-Funktion mit ihren drei Argumenten: Wenn die Bedingung Gebote halten erfüllt - Dann tritt Versprechung des Wohlergehens ein, Sonst, d. h. Bedingung nicht erfüllt, kein Leben in der Gegenwart Gottes möglich. In der Mathematik werden diese Schritte strikt eingehalten, es gibt keine Möglichkeiten dazwischen. Genauso wirkt sich auch unser Verhalten im Plan der Erlösung aus. Da aber keiner von uns Menschen sündlos ist, hat der uns liebende Gott doch noch eine Oder-Funktion eingeführt: „Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern wurden, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.“ (Römer 5:19). Diese Oder-Funktion ist das Sühnopfer, für das sich unser Erretter aus Liebe zu uns bereit erklärt hatte. So lautet die Wenn-Oder-Funktion: Wenn Gebote gehalten - oder Umkehr geübt - dann wirkt die Gnade Gottes aufgrund des Sühnopfers Jesu, sonst trifft uns Gerechtigkeit entsprechend unserer Taten. Ich habe gelernt, die Wenn-Oder-Funktionen des Herrn, um meines Gewissens Willen, zu erfüllen, nicht allein aus Furcht vor der Strafe (Römer 13:5). Das Gewissen kann einen nämlich unerhört peinigen. Wie wirkt sich dein Gewissen auf das Erfüllen der Wenn-Oder-Funktionen des Herrn aus?

ODER-WENN Funktion in Kombination - Excel
(Bild: Quelle)

Sonntag, 15. Oktober 2017

Es genügt mir, nur zu sagen, dass sie zu einem weisen Zweck bewahrt sind

Alma der Jünger spricht weiter zu seinem Sohn Helaman: „Nun sind diese Geheimnisse mir noch nicht völlig kundgetan worden; darum werde ich davon absehen. 12 Und es genügt mir, nur zu sagen, dass sie zu einem weisen Zweck bewahrt sind, und dieser Zweck ist Gott bekannt; denn er gibt Rat mit Weisheit über all seinen Werken, und seine Pfade sind gerade, und seine Bahn ist eine ewige Runde.“ (Alma 37:11-12).
Geheimnisse für sich behalten ist eine Sache für sich. Sollte man es selber gar nicht kennen, tut man gerne so, als wenn man es kennen würde. Allzu gerne möchte man doch mit Wissen glänzen, das andere noch nicht haben, und kommt sich dabei sehr gescheit vor. Man fühlt sich dann einfach besser. Wie heißt es doch bei dem römischen Geschichtsschreiber Publius Cornelius Tacitus (um 55 - um 120 n. Chr.): „Alles Unbekannte gilt für groß.“
Es genügt mir, nur zu sagen, dass sie zu einem weisen Zweck bewahrt sind. Ich denke, hierin zeigt sich die Größe eines Menschen, wenn er dazu steht, was er nicht weiß und dies, wie Alma der Jüngere bekennt: „Nun sind diese Geheimnisse mir noch nicht völlig kundgetan worden; darum werde ich davon absehen.“ darüber zu reden, anstatt irgendwelche nicht belegbaren Vermutungen als wahr hinzustellen. So könnte es einem dann so ergehen wie dem Rumpelstilzchen in Grimms Märchen: Dieses kleine Männchen hatte für die schöne Müllerstochter aus Stroh Gold gesponnen und dafür beim dritten Mal von ihr ihren ersten Sohn verlangt, außer sie würde seinen Namen erraten. Doch durch seinen Tanz und Gesang um ein Feuer herum verriet er selber sein Geheimnis: „Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind; ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!“ Das Ende vom Lied: Rumpelstilzchen zerreißt sich vor Wut selbst mit den Worten: „Das hat dir der Teufel gesagt!“ Mit Gottes Geheimnissen sieht es nun so aus: Er lässt sie durch Offenbarung nur diejenigen erkennen, die seinem Evangelium gehorchen (Matthäus 13:10-11). Ich lerne also, dass ich dem Herrn gehorchen und ihn bitten muss, um „... die Geheimnisse und das Friedfertige erkennen ...“ zu können (Lehre und Bündnisse 42:61,65). Was stellst du an, um die Geheimnisse Gottes zu erfahren?

(Bild: Quelle)

Freitag, 13. Oktober 2017

Vielleicht werden sie das Mittel sein, ... dass sie ihren Erlöser erkennen

Alma der Jüngere zu seinem Sohn Helaman über die geführten Aufzeichnungen: „Und wer weiß, vielleicht werden sie das Mittel sein, viele Tausende von ihnen, ja, und auch viele Tausende unserer halsstarrigen Brüder, der Nephiten, die jetzt ihr Herz in Sünde und Übeltaten verhärten, so weit zu bringen, dass sie ihren Erlöser erkennen.“ (Alma 37:10).
Vielleicht werden sie das Mittel sein, ... dass sie ihren Erlöser erkennen. Alma der Jüngere stellt die Hypothese auf, dass die Messingplatten mit den fünf Büchern Mose und die von den Nephiten im Auftrag des Herrn geführten Berichte, dazu führen könnten, dass unzählige Menschen, ja sogar solche, die ihr Herz gegenüber Gott verhärten würden, ihren Erlöser, Jesus Christus, zu erkennen.
Einen Vers später sagt er, dass ihm diese Geheimnisse „... noch nicht völlig kundgetan worden ...“ sind (Alma 37:11). Aber wie recht er haben sollte. Durch diese Aufzeichnungen haben sich vor seiner Zeit, während seiner Zeit und nach seiner Zeit bis heute, unzählige Menschen zu Christus bekehrt. Nachdem die Aufzeichnungen ab etwa 421 n. Chr. in der Erde schlummerten, haben sie 1827 wieder das Tageslicht erblickt (Joseph Smith Lebensgeschichte 1:59; 2. Nephi 26:14) und wurden im Auftrag des Herrn von Joseph Smith ins Englische übersetzt. Ab dem 26. März 1830 konnte die Erstausgabe des Buches Mormon erworben werden. Bis heute ist dieses Wort Gottes komplett in 95 Sprachen übersetzt und teilweise in weitere 20 Sprachen (siehe hier) und gerade hat die Erste Präsidentschaft angekündigt, dass an weiteren 34 Sparchen gearbeitet wird (siehe hier). Heute wird es kostenlos an Interessenten abgegeben. Im April 2011 wurde das 150-Millionste Exemplar ausgegeben (siehe hier). Auf der Bestsellerliste „Die meistverkauften Bücher aller Zeiten“ rangiert das Buch Mormon an neunter Stelle - die Bibel auf Platz Eins (siehe hier). Wie recht hatte also Alma der Jüngere! Ich arbeite jeden Tag längere Zeit in diesem Buch, aber genauso oft parallel dazu in der Bibel, denn beide Bücher sind „Zeugen für Christus“ und bringen mich ihm näher. Welche Stellung nehmen diese „meistverkauften Bücher aller Zeiten“ bei dir ein?

Buch Mormon, Erstausgabe, 1830Buch Mormon, Erstausgabe, 1830
(Bild: Quelle)

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Dass die Überlieferungen ihrer Väter unrichtig sind

„Ja, ich sage dir: ...“ fährt Alma der Jüngere gegenüber seinem Sohn fort, „... Wäre es nicht um deswillen, was die Aufzeichnungen enthalten, die auf diesen Platten stehen, so hätten Ammon und seine Brüder nicht so viele Tausende Lamaniten davon überzeugen können, dass die Überlieferungen ihrer Väter unrichtig sind; ja, diese Aufzeichnungen und ihre Worte haben sie zur Umkehr gebracht, das heißt, sie haben sie dahin gebracht, dass sie den Herrn, ihren Gott, erkennen und dass sie sich an Jesus Christus, ihrem Erlöser, freuen.“ (Alma 37:9).
Dass die Überlieferungen ihrer Väter unrichtig sind. Diese Aufzeichnungen, die die Nephiten geführt haben, von denen Alma der Jüngere redet, sind nun, wie vom Herrn versprochen, auch bis zu uns gelangt und so kommen auch wir in den Genuss, Wahrheit bzw. Unwahrheit erkennen zu können. Im Laufe der Jahre ist die Bibel sowohl wissentlich, als auch dadurch, dass Menschen nicht durch den Geist geführt waren, abgeändert worden. Viele Teile sind bei Zusammenfassungen und diversen Überarbeitungen in Konzilen herausgelassen worden und andere so abgeändert, dass dabei Wahrheiten verloren gingen, oder sind schlichtweg verloren gegangen. Hingegen sind die Überlieferungen des Holzes Josephs (Ezechiel 37:15-20), die wir als das Buch Mormon in Händen halten dürfen, die Jahrhunderte hindurch im Auftrag des Herrn von Moroni versiegelt aufbewahrt im Original erhalten geblieben (1. Nephi 14:26) und Joseph Smith bekam sie durch denselben Moroni im Auftrag des Herrn, zur Übersetzung ausgehändigt (Einleitung zum Buch Mormon). Somit haben wir zweifelsfrei das unverfälschte Wort Gottes. Dessen ungeachtet bezeugen sowohl die Bibel, als auch das Buch Mormon den Plan der Erlösung mit seiner Aufforderung zu Christus zu kommen (3. Nephi 27:20). Welche Bedeutung spielt diese Aufforderung in deinem Leben?

In der Bibel sind folgende Schriften angeführt, die in ihr aber nicht mehr enthalten sind:
und im Buch Mormon, bzw. der Köstlichen Perle, erwähnte, in der Bibel nicht mehr vorhandene Schriften:

Ein Engel zeigt Oliver Cowdery und David Whitmer, zwei von den drei Zeugen, im Beisein von Joseph Smith die Goldplatten
(Bild: Quelle)

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Sie haben die Erinnerung dieses Volkes erweitert

Über den weisen Grund der Weitergabe und den Erhalt der heiligen Schriften von Generation zu Generation sagt Alma der Jüngere zu seinem Sohn Helaman: „Und nun war es bisher nach Gottes Weisheit, dass diese Dinge bewahrt wurden; denn siehe, sie haben die Erinnerung dieses Volkes erweitert, ja, und viele überzeugt, dass ihre Wege irrig sind, und sie zur Erkenntnis ihres Gottes geführt, zur Errettung ihrer Seele.“ (Alma 37:8).
Sie haben die Erinnerung dieses Volkes erweitert. Weißt du, was du am Dienstag, den 08. Mai 2012 gemacht hast? Ich weiß, was ich an diesem Tag gemacht habe. Unter anderem habe ich mir nachmittags ein Videoclip von Elder M. Russel Ballard angeschaut, in dem er Absolventen der Brigham Young University ermuntert einen Blog zu führen, um auf diese Weise denjenigen, die Fragen zu unserer Religion haben, kompetente persönliche Antworten geben zu können. Dadurch ermuntert suche ich nach einem Anbieter im Internet und beginne auch einen Blog auf http://lobi.over-blog.de/ (heute .com) zu führen. Dieser Tag war also der Beginn meiner Bloggerkarriere. Seitdem habe ich, nur ununterbrochen von Tagen, an denen ich im Tempel war, jeden Tag einen Beitrag geschrieben und veröffentlicht. Damit verbunden war natürlich auch tägliches Schriftstudium. Ich habe, wie ich es auch heute noch mache, die gelesenen Schriftstellen durchdacht und versucht, über mein Bemühen deren Inhalt zu leben, zu schreiben.
Meinst du, ich hätte das noch so genau gewusst, wenn ich nicht in meinen Tagebüchern danach hätte suchen können? Ich habe meine Tagebücher bewahrt (in Dateiform) und sie haben `meine Erinnerung erweitert´. Selbstredend haben die von unseren Vorfahren über Jahrtausende hinweg bewahrten heiligen Schriften einen unvergleichbar höheren Wert als meine Tagebuchaufzeichnungen. Die heiligen Schriften zeigen mir auf, wann ich Irrwege einschlage und wie ich zur Erkenntnis Gottes, zur Errettung meiner Seele geführt werde. Jedoch erkenne ich, dass auch meine Tagebuchaufzeichnungen meiner Erinnerung auf die Sprünge helfen, vielleicht auch hier und da meinen Nachkommen. Wie erweiterst du deine Erinnerungen?

eine seite(Bild: Quelle)

Dienstag, 10. Oktober 2017

Durch sehr kleine Mittel beschämt der Herr die Weisen

Über die Art und Weise, wie der Herr seine Zwecke zuwege bringt, unterrichtet Alma der Jüngere seinen Sohn Helaman: „Und der Herr, Gott, wirkt durch Mittel, um seine großen und ewigen Zwecke zuwege zu bringen; und durch sehr kleine Mittel beschämt der Herr die Weisen und bringt die Errettung vieler Seelen zuwege.“ (Alma 37:7).
Durch sehr kleine Mittel beschämt der Herr die Weisen. Spektakuläre Ereignisse, auch wenn sie nicht so häufig vorkommen, erwecken ganz leicht unsere Aufmerksamkeit und lenken uns von den kleinen, aber häufig vorkommenden Dingen des Lebens ab. Die Absichten des Herrn in unserem Leben werden überwiegend durch Kleines und Einfaches bewirkt und wir wollen es meist nicht wahrhaben.
Meine Gedanken werden dabei auf das Beispiel der Heilung des Aramäers Naaman gelenkt (1. Könige 5:1-14). Der Feldherr des Königs von Aram, war angesehen und erfolgreich, jedoch an Aussatz erkrankt. Eine verschleppte Israelitin im Dienste der Frau Naamans gab ihr den Rat, dass es in Samaria einen Propheten gebe, der ihn heilen könnte. Naaman besprach sich mit seinem König, der unterstütze das Vorhaben und Naaman nahm ein Empfehlungsschreiben und entsprechende Mittel zur Belohnung mit. Der König von Israel war von dem Begehren nicht begeistert. Als der Gottesmann Elischa dies mitbekommt, interveniert er beim König und sagt, dass der Mann zu ihm kommen solle, damit er erkennt, „... dass es in Israel einen Propheten gibt.“ (1. Könige 5:8). Als Naaman vor dem Haus Elischas eintraf, schickte dieser einen Boten mit der Nachricht zu ihm raus „... Geh und wasch dich siebenmal im Jordan! ...“ (1. Könige 5:10). Naaman war erbost, dass zum einen nur ein Diener zu ihm herauskam, desweiteren hatte er eine spektakulärere Art der Heilung erwartet. Zudem kennt er viel bessere heimische Gewässer als den israelischen Jordan. Als er sich entfernen wollte, redeten seine Diener zu ihm: „... Wenn der Prophet etwas Schweres von dir verlangt hätte, würdest du es tun; ...“ (1. Könige 5:13). Er ließ sich überzeugen, nach den Angaben des Propheten zu handeln und wurde geheilt. Dieses Beispiel mahnt mich, das Kleine und Einfache, durch das der Herr in meinem Leben wirkt, zu beachten, anzunehmen und danach zu handeln, z. B. durch die Teilnahme am Abendmahl, von meinen Sünden wieder rein zu werden, wenn ich Umkehr geübt habe. Wie stehst du zu den `sehr kleinen Mitteln´, durch die der Herr die Weisen beschämt?

Naaman Makes an Axe Head Float
Naaman wird von seinem Aussatz durch ein `sehr kleines Mittel´ geheilt
(Bild: Quelle)

Montag, 9. Oktober 2017

So müssen sie ihren Glanz behalten

Alma der Jüngere spricht mit seinem Sohn Helaman über den Erhalt der Messingplatten und weiterer heiliger Schriften über Generationen hinweg und erklärt: „Und nun siehe, wenn sie bewahrt werden, so müssen sie ihren Glanz behalten; ja, und sie werden ihren Glanz behalten; ja, und das werden auch alle Platten, die das enthalten, was heilige Schrift ist.“ (Alma 37:5).
So müssen sie ihren Glanz behalten. Stell dir vor, du hast ein ideell wertvolles, erhaltenswertes Foto deiner Vorfahren, im Zimmer aufgehängt. Von Jahr zu Jahr verblasst es mehr und mehr, bis du die Figuren nur noch schemenhaft erkennen kannst. Du stellst fest, es hätte anders aufbewahrt werden müssen, wenn es seinen `Glanz´ hätte behalten sollen.
Alma der Jüngere hat seinem Sohn Helaman schon erklärt, dass die Messingplatten mit den fünf Büchern Mose (von Jerusalem nach Amerika mitgebracht) und die anderen heiligen Schriften (aktuell auf Goldplatten geführt) zu einem weisen Zweck von Generation zu Generation weitergegeben werden, und nach mehreren Jahrhunderten immer noch leserlich sein sollen. Messing, ein Gusswerkstoff, dessen hauptsächlichsten Bestandteile Kupfer und Zink sind, wird heute gerne, wegen seiner hohen Wertigkeit und seiner extremen Beständigkeit gegen mechanische Einflüsse und aggressiver Stoffe, für gravierte Firmenschilder eingesetzt. Messing lässt sich relativ leicht gravieren und kann zudem hochglänzend poliert werden. Die ältesten Messingfunde stammen aus Babylonien und Assyrien und sind auf 3000 v. Chr. datiert, dem Beginn der `Bronzezeit´. Wie dankbar bin ich doch, dass der Herr, durch Kleines und Einfaches, Großes zustande bringt, um „... die Errettung vieler Seelen zuwege“ zu bringen (Alma 37:6-7). Joseph Smith, der die Goldplatten 1827 von dem Engel Moroni zur Übersetzung ausgehändigt bekam (Joseph Smith Lebensgeschichte 1:59), konnte nicht wissen, dass Schriften in alter Zeit auf Messingplatten graviert wurden und dennoch spielen sie in seiner Übersetzung eine wichtige Rolle. Früheste Funde solcher Art, sind erst aus dem Zwanzigsten Jahrhundert bekannt. Für mich ist das einer von vielen Beweisen dafür, dass Joseph ein wahrer Prophet Gottes war - der wichtigste Beweis ist allerdings die Bestätigung durch den Heiligen Geist (Moroni 10:4-5). Wie stehst du dazu, dass es der Herr ermöglicht hat, dass wir heute die heiligen Aufzeichnungen unserer Vorfahren einwandfrei leserlich haben dürfen, um Christus besser kennenzulernen und ihm näherzukommen?

Nephi
Die Heiligen Schriften auf Messing- und Goldplatten graviert
(Bild: Quelle)

Sonntag, 8. Oktober 2017

Es geschieht zu einem weisen Zweck, dass sie bewahrt werden

Alma der Jüngere spricht weiter zu seinem Sohn: „Und nun, mein Sohn Helaman, gebiete ich dir, die Aufzeichnungen zu übernehmen, die mir anvertraut sind; 2  und ich gebiete dir auch, von diesem Volk einen Bericht zu führen, wie ich es auch getan habe, und zwar auf den Platten Nephis, und alle diese Dinge, die ich bewahrt habe, heiligzuhalten, so wie ich es getan habe; denn es geschieht zu einem weisen Zweck, dass sie bewahrt werden.“ (Alma 37:1-2).
Es geschieht zu einem weisen Zweck, dass sie bewahrt werden. Um welchen `weisen Zweck´ handelt es sich, dass Helaman, nachdem ihm sein Vater die Aufzeichnungen übergeben hatte, einen Bericht über das Volk weiterführen und ihn heilig halten sollte?
So wie Alma der Jüngere diese Platten, Berichte und weiteren heiligen Dinge seinem Sohn Helaman übergibt - der oberste Richter Nephihach, dem Alma der Jüngere dieses alles hätte übergeben wollen, hatte dies abgelehnt (Alma 50:37-38) - wurden sie ihm von König Mosia vor etwa 18 Jahren übergeben, auch mit dem Auftrag, weiter Bericht über das Volk zu führen und dann alles von Generation zu Generation weiterzugeben, so wie es seither von Lehi an gehalten wurde (Mosia 28:20). Über den weisen Zweck prophezeite Lehi, dass die Messingplatten leserlich zu allen Völkern, die zu seinen Nachkommen gehören, gelangen sollten (1. Nephi 5:17-19), wie es Alma der Jüngere seinem Sohn gegenüber auch wiederholt (Alam 37:3-4). Und Nephi, der Sohn Lehis, schrieb selber nur Dinge auf, die gottgefällig waren und gebot seinen Nachkommen ebenso, nur über Dinge aus dem Volk zu berichten, die für die Menschen von Wert seien (1. Nephi 6:5-6). Das ist ein weiterer weiser Grund: Die Berichte enthalten Dinge, die für die Menschenkinder von Wert sind. Nephi hatte vom Herrn das Gebot bekommen, Berichte zu dem besonderen Zweck zu fertigen, „... dass darauf ein Bericht über den geistlichen Dienst meines Volkes eingraviert werde.“ (1. Nephi 9:3). Von diesen Berichten sollten alle Nachkommen profitieren. Diese Berichte wurden von Generation zu Generation weitergereicht, bis sie in die Hände Moronis gelangten, der sie gegen 421 n. Chr. versiegelte, in einem Hügel verbarg und 1823, als Bote des Herrn, Joseph Smith erschien und sie ihm 1827 übergab, verbunden mit dem Auftrag, sie zu übersetzen (siehe „Eine kurze Erläuterung zum Buch Mormon“ achter Absatz).
Wie dankbar bin ich, dass der Herr diesen `weisen Zweck´ verfolgt hat und wir dadurch heute eine umfangreichere Kenntnis von Jesus Christus und seinem Erlösungswerk haben dürfen. Wir dürfen in der Zeit leben, in der wir sowohl das `Holz Josephs´ als auch `das Holz Judas´ als Zeugen für Christus haben dürfen (Ezechiel 37:15-20). Das Buch Mormon (Holz Joseph) bezeugt die Lehren in der Bibel (Holz Juda) und diese wiederum die Lehren im Buch Mormon (lies auch gerne „Zeugnisse aus den heiligen Schriften“ von Elder Russell M. Nelson vom Kollegium der Zwölf Apostel). Wie stehst du zu diesem weiteren Zeugen von Jesus Christus, dem Buch Mormon?


Schriften wurden früher auf Hölzer gerollt; Bibel (Holz Juda), Buch Mormon (Holz Joseph)
(Bild: Quelle)

Samstag, 7. Oktober 2017

Insofern du die Gebote Gottes nicht hältst, wirst du von seiner Gegenwart abgeschnitten werden

Weitere Worte Alma des Jüngeren an Helaman: „Aber siehe, mein Sohn, dies ist nicht alles; denn du sollst wissen, wie ich weiß: Insofern du die Gebote Gottes hältst, wird es dir wohl ergehen im Land; und du sollst auch wissen: Insofern du die Gebote Gottes nicht hältst, wirst du von seiner Gegenwart abgeschnitten werden. Dies aber ist gemäß seinem Wort.“ (Alma 36:30).
Insofern du die Gebote Gottes nicht hältst, wirst du von seiner Gegenwart abgeschnitten werden. Was soll das bedeuten, „von seiner Gegenwart abgeschnitten werden“? Wenn ich ein weltliches Gesetz übertrete, werde ich u. U. vor einem Gericht dafür zur Rechenschaft gezogen. Bei einem entsprechenden Vergehen könnte das Urteil eine Gefängnisstrafe bedeuten. Ich werde von der Gegenwart meiner Liebsten abgeschnitten. Übertrete ich ein himmlisches Gesetz, werde ich vor dem himmlischen Gericht zur Verantwortung gezogen. So kann das Urteil, bei einem entsprechenden Vergehen, lauten, dass ich ins `Gefängnis´ wandern muss. Ich kann nicht dorthin kommen, wo sich meine himmlischen Eltern befinden. Somit werde ich von ihrer Gegenwart abgeschnitten werden.
Stimmt mein Ziel allerdings mit dem von Jesus Christus überein (Köstliche Perle Mose 1:39), so muss ich zu dessen Erreichung auch die dafür geltenden Forderungen erfüllen, es wird mir dann wohl ergehen. Diese Gesetzmäßigkeit gilt natürlich auch schon für unsere Lebzeiten hier auf Erden. Entsprechend unserem Gehorsam werden wir vom Vater gesegnet werden. Ich lerne, dass ich meinen Lohn von dem empfange, dem ich Gehorsam schenke (Alma 3:27). Mein Bemühen geht dahin, dem Herrn zu folgen und das Licht mehr zu lieben als die Finsternis (Lehre und Bündnisse 29:45). Mir ist bewusst, dass sich der Herr verpflichtet hat, mich zu segnen, wenn ich nach dem handle, was er sagt (Lehre und Bündnisse 82:10). Wie stehst du zu dem Ziel, das Angesicht des Herrn sehen zu können und zu wissen, dass er ist (Lehre und Bündnisse 93:1)?

Freitag, 6. Oktober 2017

Du sollst ihre Gefangenschaft so wie ich im Gedächtnis behalten

Alma der Jüngere fordert seinen Sohn Helaman zu etwas auf: „Ja, und er hat unsere Väter auch aus dem Land Jerusalem geführt; und er hat sie durch seine immerwährende Macht auch aus Knechtschaft und Gefangenschaft geführt, ein um das andere Mal bis herab zum heutigen Tag; und ich habe ihre Gefangenschaft immer im Gedächtnis behalten; ja, und auch du sollst ihre Gefangenschaft so wie ich im Gedächtnis behalten.“ (Alma 36:29).
Du sollst ihre Gefangenschaft so wie ich im Gedächtnis behalten. Warum fordert er seinen Sohn dazu auf, sich der Gefangenschaft des Bundesvolkes des Herrn, Israels, zu erinnern?
Weil es ein Gebot des Herren an sein Volk war. Sie sollten sich mit einem Fest, das Passah oder Pessachfest genannt wurde, an die Zeit der Unterdrückung durch die Ägypter und ihre Befreiung durch den Herrn von Generation zu Generation erinnern (Exodus 12:14-17). Auch heute noch halten sich die Juden an dieses Gebot. Da die Juden nicht daran glauben, dass Christus zu seinen Lebzeiten auf Erden, einen neuen Bund gestiftet hat, halten sie sich auch heute noch an dieses Gebot und feiern in jedem Frühjahr dieses Fest der `ungesäuerten Brote´. Zuzeiten Alma des Jüngeren, 74 v. Chr., galt natürlich noch das Mosaische Gesetz und somit war seine Aufforderung an seinen Sohn, sich der Gefangenschaft Israels zu erinnern, gesetzeskonform. Ja, der Herr hat sogar aufgefordert, dass der Vater seinen Sohn von diesem Tag erzählen soll (Exodus 13:8). Ich lerne daraus, dass auch ich mich der Befreiung aus meiner geistigen Gefangenschaft, durch das Sühnopfer Jesu, regelmäßig erinnern soll, durch die Teilnahme am Abendmahl (1. Korinther 11:23-25), einem Teil des neuen Bundes, den er anstelle des alten gesetzt hat (Hebräer 8:13). Wodurch erinnerst du dich deiner Befreiung aus Gefangenschaft?

Der Sederteller mit bestimmten Speisen mit symbolischer Bedeutung gehört zum Pessach
(Bild: Quelle)

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Er hat unsere Väter aus Ägypten geführt, und er hat die Ägypter im Roten Meer verschlungen

Immer noch spricht Alma der Jüngere mit seinem Sohn Helaman: „Und ich weiß, er wird mich am letzten Tag emporheben, dass ich mit ihm in Herrlichkeit wohne; ja, und ich werde ihn preisen immerdar, denn er hat unsere Väter aus Ägypten geführt, und er hat die Ägypter im Roten Meer verschlungen; und er hat sie durch seine Macht in das verheißene Land geleitet; ja, und er hat sie ein um das andere Mal aus Knechtschaft und Gefangenschaft befreit.“ (Alma 36:28).
Er hat unsere Väter aus Ägypten geführt, und er hat die Ägypter im Roten Meer verschlungen. Woher konnte Alma der Jüngere von diesen Ereignissen des Volkes Israel wissen? Der Exodus spielte sich ja etwa 1200 Jahre früher auf einem anderen Kontinent ab.
Von Nephi, dem Sohn des um 600 v. Chr. auf Geheiß des Herrn aus Jerusalem nach Amerika ausgewanderten Lehi, wissen wir, dass sie Aufzeichnungen auf Messingplatten mitgenommen hatten, auf denen die Geschichte der Juden von Anbeginn, bis zur Regierung Zidkijas um 600 v. Chr., festgehalten war. Dieser Bericht enthielt viele Schriften der Propheten, so u. a. die fünf Bücher Mose mit dem Schöpfungsbericht und einem Bericht über die ersten Menschen. Deshalb war den Nephiten also auch der Bericht über die Befreiung Israels aus ägyptischer Gefangenschaft bekannt (1. Nephi 5:10-16). Diejenigen, die sich von den Nephiten getrennt hatten - z. B. die Lamaniten, Lemueliten und Ischmaeliten - hatten keine Einsicht in diese Schriften mehr, da sie bei den Nephiten verblieben waren, und sie lehrten ihre Kinder sogar, dass sie nicht in den Glauben ihrer Väter verfallen sollten (4. Nephi 1:38).


Er hat unsere Väter aus Ägypten geführt, und er hat die Ägypter im Roten Meer verschlungen
(Bild: Quelle)

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Ich setze mein Vertrauen in ihn

Alma der Jüngere weiter zu seinem Sohn Helaman: „Und in Prüfungen und Mühen jeder Art, ja, und in allerlei Bedrängnissen bin ich gestärkt worden; ja, Gott hat mich aus Gefängnis und aus Knechtschaft und vom Tod befreit; ja, und ich setze mein Vertrauen in ihn, und er wird mich weiterhin befreien.“ (Alma 36:27).
Ich setze mein Vertrauen in ihn. Wem kann man in der heutigen Zeit noch Vertrauen schenken, auf wen verlassen, wen für zuverlässig halten? Wo entsteht Vertrauen? In Situationen, in denen der Vertrauende mehr verlieren als gewinnen kann, er einen Schaden riskiert oder eine Verletzung. So müssen sich z. B. Feuerwehrleute ohne Wenn und Aber in jeder Situation aufeinander verlassen können. Oft besteht jedoch zwischen Einzelnen oder Gruppen von Menschen, aufgrund von Erlebnissen, das Gegenteil, nämlich Misstrauen.
Schon der Psalmist äußert, in wen wir auf jeden Fall unser Vertrauen setzen können: in Gott (Psalm 118:8-9). Sogar auf eigene Klugheit sollen wir nicht bauen, sondern mit ganzem Herzen auf den Herrn vertrauen (Sprichwörter 3:5). Welchen Nutzen kann ich u. a. daraus ziehen, wenn ich dem Herrn vertraue? Alma der Jüngere hatte es seinem Sohn Helaman kurz vorher schon bezeugt: „... wer auch immer sein Vertrauen in Gott setzt, der wird in seinen Prüfungen und seinen Mühen und seinen Bedrängnissen gestärkt und wird am letzten Tag emporgehoben werden.“ (Alma 36:3). Was ist unter „emporgehoben werden“ zu verstehen? Ein Beispiel wird uns geliefert, wo der auferstandene Christus seinen Jüngern erscheint und sie segnet: „Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben;“ (Lukas 24:51). Was es für uns Menschen bedeutet erklärt uns Christus als er darüber spricht, was diejenigen zu erwarten haben, die danach trachten, Zion hervorzubringen: „... wenn sie bis ans Ende ausharren, werden sie am letzten Tag emporgehoben werden und werden im immerwährenden Reich des Lammes errettet werden; ...“ (1. Nephi 13:37). Emporgehoben zu werden bedeutet also, nachdem wir Christus angenommen haben, aus unserer Sündhaftigkeit in sein Reich errettet zu werden. Darauf setze ich mein Vertrauen und bemühe mich entsprechend zu handeln. In wen setzt du dein Vertrauen?

Dienstag, 3. Oktober 2017

Der Herr schenkt mir überaus große Freude an der Frucht meiner Mühen

Alma der Jüngere spricht immer noch zu seinem Sohn Helaman: „Ja, und nun siehe, o mein Sohn, der Herr schenkt mir überaus große Freude an der Frucht meiner Mühen; 26  denn wegen des Wortes, das er mir mitgeteilt hat, siehe, sind viele aus Gott geboren worden und haben gekostet, wie ich gekostet habe, und haben Aug in Auge gesehen, wie ich gesehen habe; darum wissen sie so sicher von dem allen, wovon ich gesprochen habe, wie ich sicher weiß; und das Wissen, das ich habe, ist von Gott.“ (Alma 36:25-26).
Der Herr schenkt mir überaus große Freude an der Frucht meiner Mühen. Wenn du ein dir am Herzen liegendes Projekt mit großem Erfolg zu Ende gebracht hast, empfindest du da nicht auch große Freude in dir, ein intensives positives Gefühl, das du etwas Gutes erreicht hast? Wofür kann die Freude gut sein? Nicht nur als gutes Gefühl, als ein Empfinden der Belohnung, diese Freude kann eine Quelle der Kraft für neues Tun darstellen. Als dem Volk Juda nach seinem babylonischen Exil, um 438 v. Chr. das Gesetz des Mose vorgetragen wurde, um die Reform des religiösen Lebens in Gang zu bringen, erklärten der Stadthalter von Jerusalem Nehemia, der Priester und Schriftgelehrte Esra und die Leviten dem Volk, dass sie nicht traurig sein sollten, „... denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“ (Nehemia 8:9-10).
Worin lag nun die Frucht der Mühen Alma des Jüngeren, an der ihm der Herr überaus große Freude schenkte? Sie lag darin, dass durch sein Predigen des Wortes Gottes, das er selber vom Herrn bekommen hatte, viele seiner Brüder ebenfalls das Wort annahmen, Wissen erlangten, danach handelten, und somit aus Gott geboren und errettet wurden. Das spornt mich an, mein Wissen von der Existenz Gottes und der Wahrheit seines Wortes ebenso weiterzugeben, in der Hoffnung, dass aufgrund dessen wenigstens einige ebenfalls aus Gott geboren werden, und wenn es auch nur eine einzige Seele wäre (Lehre und Bündnisse 8:15). An welchen deiner Mühen schenkt dir Gott `überaus große Freude´?

An image of figurines of Mary and the Christ child from a Nativity set, paired with a quote by President Henry B. Eyring: “He is the Light of the World.”
"Er ist das Licht der Welt und die sichere Quelle des Trostes, der Hoffnung, des Friedens und der Freude." - Präsident Henry B. Eyring, “The Light and the Life of the World
(Bild: Quelle)

Montag, 2. Oktober 2017

Damit auch sie ... vom Heiligen Geist erfüllt würden

Alma der Jüngere weiter zu seinem Sohn Helaman: „Ja, und von der Zeit an bis jetzt habe ich mich ohne Unterlass bemüht, dass ich Seelen zur Umkehr bringe, dass ich sie dahin bringe, von der übergroßen Freude zu kosten, von der ich gekostet habe, damit auch sie aus Gott geboren und vom Heiligen Geist erfüllt würden.“ (Alma 36:24).
  • Wer ist der Heilige Geist?
    Wir erinnern uns an die Taufe Jesu. Nachdem Johannes der Täufer Jesus Christus, auf dessen ausdrückliche Anweisung getauft hatte (Matthäus 3:13-15), da sprach eine Stimme aus dem Himmel: „... Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“ (Matthäus 3:17) und als Jesus aus dem Wasser gestiegen war, öffnete sich der Himmel und es war zu sehen, wie der Geist Gottes wie eine Taube auf Christus herniederkam.“ (Matthäus 3:16). Für mich ist das ein Beweis dafür, dass die Gottheit aus drei getrennten Persönlichkeiten besteht. Jesus Christus wurde im Wasser getauft, aus dem Himmel sprach sein Vater, Gottvater, zu ihm, und die dritte Person erschien zu diesem ehrwürdigen Ereignis symbolisch als Taube, die auf ihn herniederkam, der Heilige Geist. Manch einer hat die Vorstellung, dass die Gottheit ein einziges Wesen ist. Dem widersprechen alle Aussagen in der Heiligen Schrift, beispielhaft Johannes 17:20-26. Jesus betet hier zu seinem Vater für diejenigen, die an ihn glauben, dass sie eins sein sollen, wie er und der Vater eins sind. Damit müssten wir alle auch eine Person sein. Dem ist ja wohl offensichtlich nicht so. Und wieso betet Jesus zu sich selber? Der Heilige Geist ist also das dritte Mitglied der Gottheit (1. Johannes 5:7 in der King James Version), im Unterschied zu den beiden anderen aber mit einem Körper aus Geist (Lehre und Bündnisse 130:22).
  • Welche Aufgaben nimmt der Heilige Geist wahr?
    1. Er gibt Zeugnis vom Vater und vom Sohn (3. Nephi 28:11).
    2. Er offenbart die Wahrheit von allem (Johannes 14:26; 16:13).
    3. Er heiligt jene, die umgekehrt sind und sich haben taufen lassen (Johannes 3:5; 3. Nephi 27:20).
    4. Er ist der Heilige Geist der Verheißung. Die bei den Bündnissen gegebenen Verheißungen treten nur in Kraft, wenn der Heilige Geist unsere Rechtschaffenheit bestätigen kann. (Lehre und Bündnisse 137:7,18-19,26).
Ich nutze dankbar die Hilfen, die der Heilige Geist anbietet, und setze alles daran, das er mein Bemühen ein rechtschaffenes Leben geführt zu haben, vor Gott Vater und Jesus Christus bestätigen kann. Inwiefern nutzt auch du die Angebote des Heiligen Geistes?


Die Taufe Jesu
(Lukas 3:23; Bild: Quelle)

Sonntag, 1. Oktober 2017

Habe ich mich ohne Unterlass bemüht, dass ich Seelen zur Umkehr bringe

Alma der Jüngere weiter zu seinem Sohn Helaman in Bezug auf seine Umkehr: „Ja, und von der Zeit an bis jetzt habe ich mich ohne Unterlass bemüht, dass ich Seelen zur Umkehr bringe, dass ich sie dahin bringe, von der übergroßen Freude zu kosten, von der ich gekostet habe, damit auch sie aus Gott geboren und vom Heiligen Geist erfüllt würden.“ (Alma 36:24).
Habe ich mich ohne Unterlass bemüht, dass ich Seelen zur Umkehr bringe. Für dieses Unterfangen hat Alma der Jüngere sogar sein Regierungsamt des obersten Richters an einen weisen Mann übertragen. Das kirchliche Oberhaupt ist er geblieben (Alma 4:16-17) und als solcher hat er sich dann dem Ordnen und dem Aufbau der Kirche gewidmet (Alma 5:49; Alma 6:1) und ist dann zunächst mit Amulek (Alma 8:29) und dann mit noch mit weiteren Mitstreitern auf Mission gegangen (Alma 16:15).
Die heutige Kirche des Herrn ist, ebenso wie in früheren Zeiten, eine Missionskirche. Die Mitglieder befassen sich ein Leben lang mit dem Evangelium von Jesus Christus, und bemühen sich die kennengelernten Grundsätze immer besser in ihrem Leben anzuwenden. In jungen Jahren geben sich die Männer 24 Monate und die Damen 18 Monate ihres Lebens einem vollzeitlichen Missionsdienst hin, die Kosten dafür selber tragend. Im Rentenalter gehen Ehepaare, nun zusammen, wieder auf Mission. Dazwischen ist „jedes Mitglied ein Missionar“. Diese Aufforderung wurde insbesondere von David O. McKay (Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage; *1873; +1970) formuliert und forciert. Wie wird diese Aufgabe überwiegend wahrgenommen? Durch das Beispiel, das wir in unserem Alltag abgeben und durch die sonstigen kirchlichen Aufgaben, die jedes Mitglied erfüllt. Warum? Die Antwort findest du in diesem Artikel von Richard G. Scott „Warum soll jedes Mitglied ein Missionar sein“.

Samstag, 30. September 2017

Ich stand auf meinen Füßen und tat dem Volke kund, dass ich aus Gott geboren war

Alma berichtet seinem Sohn Helaman weiter über die Folgen des Besuches eines Engels aufgrund seines Ungehorsams gegenüber Gott: „Aber siehe, meine Glieder empfingen wieder ihre Stärke, und ich stand auf meinen Füßen und tat dem Volke kund, dass ich aus Gott geboren war.“ (Alma 36:23).
Wie wir schon aus anderen Begebenheiten mit Erscheinungen heiliger Wesen wissen, sind diese offensichtlich kräfteraubende Erlebnisse. Die betroffenen Personen sind danach immer körperlich sehr geschwächt gewesen. Ich denke beispielhaft an die `letzte Offenbarung an Daniel´ (Daniel 10:7-11). Er stand vor dem Flussufer des Tigris, wo nur er vor sich eine ungewöhnliche Gestalt erblickte, während seine Begleiter `nur´ „... ein großer Schrecken befiel ...“, wegliefen und sich versteckten (Daniel 10:5-7). Während dieser Erscheinung verließen Daniel seine Kräfte, er wurde totenbleich und konnte sich nicht mehr „... aufrecht halten.“ (Daniel 10:8). Daniel berichtet weiter: „... beim Schall seiner Worte fiel ich betäubt zu Boden und blieb, mit dem Gesicht am Boden, liegen.“ (Daniel 10:9). Durch die erschienene Gestalt, die wie ein Mensch aussah, wurde er dann allerdings auch wieder körperlich gestärkt (Daniel 10:18). Wie gleicht dieser Bericht doch denen anderer Betroffener, die ebenfalls von himmlischen Boten besucht wurden, z. B. Joseph Smith (Joseph Smith Lebensgeschichte 1:15-20).
Ich stand auf meinen Füßen und tat dem Volke kund, dass ich aus Gott geboren war. Jeder, der Umkehr von seinen Sünden geleistet hat und im Bündnis der Taufe, dem Herrn versprochen hat, ab sofort die Gebote des Herrn zu halten, ist durch dieses Bündnis `aus Gott geboren´ (Johannes 1:12-13). Sinnbildhaft wurde sein beschmutzter Körper im Wasser begraben und gereinigt wieder hervorgebracht, er wurde aus Gott geboren. Er hat eine, durch den Geist des Herrn verursachte, mächtige Herzenswandlung erfahren, hat kein Verlangen mehr Böses zu tun und trachtet nach Göttlichem. Eine solche Verordnung wird von Gott allerdings nur anerkannt, wenn sie mit seiner Vollmacht, mit der Vollmacht des Priestertums, durchgeführt wurde. Diese Vollmacht hat Christus seinen Dienern übertragen, als er auf Erden war (Matthäus 16:18-19), ging dann nach dem Märtyrertot der Apostel wieder verloren, war lange Zeit nicht auf Erden (2. Thessalonicher 2:3) und wurde nach der oben angeführten Vision, die Joseph Smith hatte, wieder hergestellt (Apostelgeschichte 3:19-22; Lehre und Bündnisse 27:6). Ich wurde auf diese Art und Weise `wieder aus Gott geboren´, du auch?


Die erste Vision, Gemälde von Walter Rane
(Bild: Quelle)

Freitag, 29. September 2017

In der Haltung des Singens und Lobpreisens für ihren Gott

Nachdem Alma der Jüngere seinem Sohn Helaman die außerordentlichen Qualen wegen seiner Untaten der außerordentlichen Süße seiner Freude wegen der Auswirkungen des Sühnopfers Jesu gegenübergestellt hatte, schildert er sein Erlebnis weiter: „Ja, mir war, als sähe ich, so wie auch unser Vater Lehi es sah, Gott auf seinem Thron sitzen, umgeben von zahllosen Scharen von Engeln, in der Haltung des Singens und Lobpreisens für ihren Gott; ja, und meine Seele sehnte sich danach, dort zu sein.“ (Alma 36:22).
In der Haltung des Singens und Lobpreisens für ihren Gott. Ich wurde einmal gefragt, ob man sich das Dasein in der Gegenwart Gottes so vorstellen müsse, dass man sich dort nur „... in der Haltung des Singens und Lobpreisens ...“ befinden würde; das könnte doch nicht alles sein. Die Person konnte sich nicht vorstellen, dass Gott nur auf dem Thron sitzen würde, um sich feiern zu lassen.
Das kann ich mir auch nicht vorstellen. Wenn ich an die Planungsarbeiten denke, wie die Gottheit es anderen Geschöpfen ermöglichen könnte, sich weiter zu entwickeln (Köstliche Perle Mose 3:4-5), werden sie diese Arbeit sicherlich nicht, sich von Engeln mit lobpreisendem Gesang untermalt, auf ihrem Thron sitzend, durchgeführt haben. Was ich mir aber vorstellen kann, zwischen einzelnen Arbeitsabschnitten werden sie mit den Engeln zusammen feierliche Andachten abgehalten haben. Die Gottheit wird diese Andachten auf ihren Thronen als Präsidentschaft geleitet haben und mit ihnen zusammen sind sicherlich, außer erbauenden Reden über den Fortschritt der Planungsarbeiten, auch in andächtiger Haltung Lieder des Lobpreises gesungen worden sein. Die Empfindungen der Liebe für die Planer, muss in diesen Versammlungen außerordentlich gewesen sein, sodass sich jede Seele danach gesehnt hatte, dabei zu sein. Warum ich mir dies so vorstelle? Weil die Dinge hier auf Erden im Wesentlichen ein Abbild unserer himmlischen Heimat sind (Hebräer 8:5). So sind letztendlich auch wir, mit unserem irdischen Körper, im Ebenbild Gottes erschaffen (Köstliche Perle Mose 2:27). Ich lerne daraus, dass es für mich hier auf Erden ebenso Zeiten in „der Haltung des Singens und Lobpreisens für ... Gott“ geben muss. Wie stellst du dir das mit den Scharen von Engeln vor dem Thron Gottes vor?

Detail of The Bible and the Book of Mormon Testify of Christ by Greg K. Olsen. Image via lds.org
„Kommt, lasst uns niederfallen, uns vor ihm verneigen, lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer!“
(Psalm 95:6; Bild: Quelle)

Donnerstag, 28. September 2017

Welch wunderbares Licht sah ich

Alma der Jüngere zu seinem Sohn Helaman: „Und o welche Freude, und welch wunderbares Licht sah ich; ja, meine Seele war von Freude erfüllt, die ebenso übergroß war wie meine Qual!“ (Alma 36:20).
Welch wunderbares Licht sah ich. Stell dir vor, du fährst durch eine wunderbare Landschaft und dann musst du in einen finsteren Tunnel einfahren. Nichts, aber auch rein gar nichts ist zu sehen. Nach langer Zeit ein Lichtschimmer in der Ferne. Warum freust du dich, wenn es am Ende des Tunnels immer heller wird, bis du wieder volles Licht um dich hast?
In totaler Finsternis kannst du absolut nichts erkennen, weißt nicht, wo du bist, weißt nicht, was auf dich zukommt. Lässt dich der nächste Schritt in einen tiefen Abgrund stürzen oder läufst du gegen eine Hochspannungsleitung ... Mich würde totale Angst vor dem Ungewissen beherrschen. Je heller es aber wieder wird, um so mehr kannst du deine Umgebung erkennen, du gewinnst an Sicherheit, bis es wieder total hell um dich herum ist und du alles erkennen kannst. Nicht anders sieht es auf geistige Belange übertragen mit Finsternis und wunderbarem Licht aus. Geistiges Licht hilft mir Evangeliumswahrheiten zu verstehen, und hilft mir, den schmalen und geraden Pfad des Evangeliums, der zur Errettung führt, zu erkennen, wenn ich in Gefahr gerate, von ihm abzuweichen (Johannes 3:19-21). Wie unermesslich groß wird meine Seele dann von Freude erfüllt sein, wenn ich das Ziel des schmalen und geraden Pfades, ewiges Leben in der Gegenwart Gottvaters, erreicht haben werde (Köstliche Perle Mose 1:39) und wie überaus groß meine Qual, wenn ich es verfehlt hätte. Welche Empfindung verursacht Licht in dir?

Mittwoch, 27. September 2017

Ich wurde durch die Erinnerung an meine Sünden nicht mehr gemartert

Alma der Jüngere erzählt seinem Sohn Helaman, in Bezug auf Vergebung aufgrund des Sühnopfers Jesu, weiter: „Und nun siehe, als ich dies dachte, konnte ich nicht mehr an meine Qualen denken; ja, ich wurde durch die Erinnerung an meine Sünden nicht mehr gemartert.“ (Alma 36:19).
Ich wurde durch die Erinnerung an meine Sünden nicht mehr gemartert. Von Wilhelm Busch stammt das lyrische Werk (Gedicht) „Gemartert“, in dem er in vier Versen beschreibt, wie es einem Klavier ergeht. Im letzten Vers heißt es dann: „Wie es da schrie, Das arme Vieh, Und unter Angstgewimmer Bald hoch, bald tief Um Hilfe rief Vergess' ich nie und nimmer.“ Gemartert zu werden, bedeutet gefoltert zu werden, systematisch Schmerzen zugefügt zu bekommen, die sowohl körperlicher als auch geistiger Art sein können.
Alma der Jüngere war also dadurch, dass er daran dachte, dass der Sohn Gottes kommen und für die Sünden der Menschheit leiden würde, von seiner Marter, seinen Schmerzen, die ihn seiner begangenen Sünden wegen quälten, befreit. Ich kann dieses Erlebnis bestätigen. Auch mir ist es so ergangen. Als ich wegen einer Übertretung auch so gemartert war, konnte ich davon nur loskommen, indem ich konsequent die Schritte der ernsthaften Umkehr gegangen bin. Zuerst habe ich mit dem Vater im Himmel im Gebet gerungen, ihn um Vergebung angefleht. Das hatte noch nicht gereicht, ich empfand immer noch den gleichen starken seelischen Schmerz. Ich wusste, dass ich noch einen weiteren Schritt tun musste, mit meinem zuständigen Priestertumsführer sprechen. Nachdem ich das getan hatte, ob du es glauben magst oder nicht, wurde ich `durch die Erinnerung an meine Sünden nicht mehr gemartert´. Ich weiß, dass der Herr sich ihrer nicht mehr erinnert (Ezechiel 18:21-22; Lehre und Bündnisse 58:42-43). Demzufolge brauche ich auch nicht mehr schmerzerfüllt daran zu denken - wenn ich sie nicht erneut begehe; dann würde das `gemartert´ sein noch stärker werden und die Umkehr noch schwieriger. Welche ähnlichen Erlebnisse hattest du schon in Bezug auf gemartert zu sein?

Bildergebnis für martern aller arten
Die Entführung aus dem Serail: „Martern aller Arten“ von Wolfgang Amadeus Morzart (wer mag, hier die Arie, und hier der Text)
(Bild: Quelle)