Dienstag, 27. Juni 2017

Nun gab es kein Gesetz gegen die Glaubensansichten eines Menschen

„Nun gab es kein Gesetz gegen die Glaubensansichten eines Menschen; denn es war streng gegen die Gebote Gottes, dass es ein Gesetz gäbe, wodurch die Menschen auf ungleiche Grundlage gestellt würden. 8  Denn so heißt es in der Schrift: Wählt euch heute, wem ihr dienen wollt.“ (Alma 30:7-8).
Nun gab es kein Gesetz gegen die Glaubensansichten eines Menschen. Schon im Garten von Eden, hat der Herr dem Menschen den freien Willen, Entscheidungsfreiheit gewährt, das Recht für sich selbst zu wählen und zu handeln (Köstliche Perle Mose 7:32). Es handelt sich um ein ewiges göttliches Prinzip, das auch schon im Vorherdasein in Kraft war (Lehre und Bündnisse 29:36). Dieses göttliche Prinzip begegnet uns überall in den Heiligen Schriften. So lernen wir von Josua, dem Nachfolger von Mose, nachdem das Volk Israel in seine neue, ihm von Gott geschenkte Heimat, eingezogen war, ohne dass es dafür etwas tun musste (Josua24:13), dass er das Volk zwar dazu aufrief, dem Herrn zu dienen, es aber in seiner Entscheidung frei war, es auch zu lassen (Josua 24:14-15). Ebenso richteten sich die Nephiten nach diesem Prinzip, das sogar in ihren Gesetzen Niederschlag fand (Alma 30:9,11).
Nachdem dieses Prinzip der Entscheidungsfreiheit ein ewiges ist, gilt es wie eh und je genauso auch heute. In neuzeitlicher Offenbarung sagt der Herr dem Propheten der Wiederherstellung Joseph Smith„damit jedermann in der Lehre und dem Grundsätzlichen, was die Zukunft betrifft, gemäß der sittlichen Selbständigkeit handeln kann, die ich ihm gegeben habe, ...“ (Lehre und Bündnisse 101:78). So schrieb dieser Prophet in einem Brief an John Wentworth, den Herausgeber einer Zeitung, der um Informationen bezüglich der Kirche gebeten hatte, dreizehn Aussagen nieder, in denen er die grundlegenden Glaubensansichten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zusammenfasste. Im elften Punkt heißt es dort: „Wir beanspruchen das Recht, den Allmächtigen Gott zu verehren, wie es uns das eigene Gewissen gebietet, und gestehen allen Menschen das gleiche Recht zu, mögen sie verehren, wie oder wo oder was sie wollen.“ (siehe hier). So tritt die Kirche auch heute für Glaubensfreiheit ein, die droht immer mehr eingeengt zu werden. So sagte Elder Oaks, der als ein Verfechter der Religionsfreiheit geehrt wurde, dass religiöse Lehren und religiöse Organisationen für eine freie Gesellschaft wesentlich seien und besonderen gesetzlichen Schutz verdienten. Er sagte auch: „Wir dürfen Religion nicht zu eng definieren und nicht diejenigen ausschließen, die etwas anderes glauben als wir“ (siehe hier). Ich habe einen festen Glauben an die Wahrheit des Evangeliums von Jesus Christus, darf diesen allerdings andersgläubigen nicht im geringsten aufzwingen. Wie gehst du mit Glaubensfreiheit um?

Elder Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage: „Für viele Amerikaner ist die Religionsfreiheit die grundlegendste bürgerliche Freiheit, denn der Glaube an Gott und seine Lehren und die Religionsausübung bilden die elementarsten Leitlinien des Lebens.“
(Bild: Quelle)

Montag, 26. Juni 2017

Kam ein Mann in das Land Zarahemla, und er war ein Antichrist

Seit dem die bekehrten Lamaniten ihre neue Heimat bei den Nephiten in Besitz genommen hatten und die feindlich gesinnten Lamaniten verjagt worden waren, gab es eine Zeit des Friedens. Das Volk lebte streng nach den Gesetzen des Mose, da es noch nicht erfüllt war (Alma 30:1-5). „Aber es begab sich: Gegen Ende des siebzehnten Jahres kam ein Mann in das Land Zarahemla, und er war ein Antichrist, denn er fing an, dem Volk zu predigen entgegen den Prophezeiungen, die von den Propheten in bezug auf das Kommen Christi ausgesprochen worden waren.“ (Alma 30:6).
Kam ein Mann in das Land Zarahemla, und er war ein Antichrist. Was ist ein Antichrist? Bei einem Antichristen handelt es sich um eine Person, die den wahren Evangeliumsplan von Jesus Christus verfälscht und sich offen oder auch heimlich gegen Christus ausspricht. Im ersten Brief des Johannes, in dem es um den Kampf gegen Irrlehrer geht, wird uns durch den Schreiber erklärt: „... Das ist der Antichrist: wer den Vater und den Sohn leugnet.“ (1. Johannes 2:22). Solche Verführer gibt es viele, sowohl Geistwesen als auch Sterbliche, und sie bekennen nicht, dass Christus in die Welt gekommen ist (2. Johannes 7). Der Oberste von ihnen ist Luzifer.
Wie kann ich mich vor den Betrügereien eines solchen Antichristen schützen? Auch hier gibt mir der Schreiber des Johannesbriefes Tipps: „... Wenn jemand zu euch kommt und nicht diese Lehre mitbringt, dann nehmt ihn nicht in euer Haus auf, sondern verweigert ihm den Gruß.“ (2. Johannes 10). Ich muss mir also dessen bewusst sein, dass es den Antichristen in unterschiedlichster Erscheinungsform gibt, und ich mich mit jenen, die Christus leugnen, erst gar nicht einlassen soll. Ich soll an dem mir zuerst gelehrten reinen Wort Gottes festhalten (1. Johannes 2:24). Wenn wir den Heiligen Geist empfangen haben, dann brauchen wir nur auf seine Stimme zu hören und wir werden in der Wahrheit bleiben (1. Johannes 2:27) und geistigen Wirbelstürmen gewachsen sein. Wie reagierst du, wenn dir ein Gegner von Christus begegnet, der Widerstand gegen das wahre Evangelium, die wahre Kirche und den wahren Plan der Errettung leistet?

Geistigen Wirbelstürmen widerstehen
(Bild: Quelle)

Sonntag, 25. Juni 2017

Sie haben sich über die Maßen gemüht und haben viel Frucht hervorgebracht

Über die bekehrten Lamaniten, die nun im Land Jerschon leben und das Volk Ammon genannt werden, sagt Alma der Jüngere und Hohepriester über die ganze Kirche: „Siehe, sie haben sich über die Maßen gemüht und haben viel Frucht hervorgebracht; und wie groß wird ihr Lohn sein!“ (Alma 29:15).
Sie haben sich über die Maßen gemüht und haben viel Frucht hervorgebracht. Ich denke an den Apostel Paulus, der sich nach seiner Bekehrung auch über die Maßen gemüht hat und viel Frucht hervorbrachte. Nachdem er sich 32 n. Chr. zu Christus bekehrt hatte (Apostelgeschichte 9:17-18), verkündete er den Menschen Jesus und bezeugte, dass dieser der Sohn Gottes ist, und gründete viele Gemeinden. Seine erste Missionsreise (Apostelgeschichte 13:2-3) führt ihn im Frühjahr 46 - Sommer 47 nach Zypern, Attalia, Antiochia, Iconion, Lystra und Derbe (Apostelgeschichte 1314). Im Jahr 49 führt ihn seine zweite Missionsreise nach Syrien / Zylizien, wo er die Gemeinden stärkte, dann weiter nach Phrygien und die galatische Landschaft und in Troas hat er schließlich eine nächtliche wegweisende Vision (Apostelgeschichte 16:8-9), die ihn weiter nach Philippi führt. Im nächsten Jahr war Paulus in Thessalonich und Beröa. Von dort flieht er wegen eines Aufruhrs nach Athen (Apostelgeschichte 17:15). Im Frühjahr 50 erreicht er Korinth (Apostelgeschichte 18:1). Nach eineinhalb Jahren kehrt er über Ephesus nach Cäsarea zurück. Er macht in Jerusalem einen Kurzbesuch und begibt sich nach Antiochia und verweilt dort eine Zeit lang (Apostelgeschichte 18:18-22). Im Frühjahr 52 startet er seine dritte Missionsreise, indem er das galitische Land durchwandert und nach Phrygien kommt (Apostelgeschichte 18:23) und sich dann über das Hochland nach Ephesus, dem Zentrum der römischen Provinz Asien, begibt (Apostelgeschichte 19:1). Dort bleibt er drei Jahre (Apostelgeschichte 20:31). Nach einem Aufstand, angezettelt durch den heidnischen Silberschmied Demetrius, zieht Paulus weiter nach Mazedonien und Griechenland, wo er Ende 55 in Korinth überwintert. Im Frühjahr 56 tritt er dann die Rückreise über Mazedonien, Philippi, Troas und Milet nach Jerusalem an (Apostelgeschichte 20:16). Es folgen etliche Festnahmen mit schließlicher Überführung nach Rom, wo er unter Kaiser Nero im Jahr 64 mit dem Schwert hingerichtet wird, und sein mühseliges Aufbauwerk des Reiches Gottes auf Erden mit dem Märtyrertod endet.
So fühle auch ich mich, nachdem ich das Evangelium von Jesus Christus erkennen und annehmen durfte, in der Pflicht, mich über die Maßen zu mühen, um möglichst viel Frucht hervorzubringen. Insbesondere, nachdem ich dafür keine solchen mühseligen Reisen auf mich nehmen muss. Wie ergeht es dir?

Die Missionsreisen des Paulus
(Bild: Quelle)

Samstag, 24. Juni 2017

Ich freue mich nicht nur über meinen eigenen Erfolg

Alma der Jüngere, und Hohepriester über die ganze Kirche, lässt uns wissen: „Aber ich freue mich nicht nur über meinen eigenen Erfolg, sondern meine Freude wird größer wegen des Erfolgs meiner Brüder, die oben im Land Nephi gewesen sind.“ (Alma 29:14).
Ich freue mich nicht nur über meinen eigenen Erfolg. Wer freut sich nicht darüber, dass seine Anstrengung zu einem guten Ergebnis geführt und Anerkennung einbrachte? Wie sieht es da aber mit der Freude über den Erfolg eines anderen aus? Bei Alma war sie noch größer, als die Freude über seinen eigenen Erfolg! Das kann sicherlich nicht jeder von sich behaupten. Ich denke da an das Beispiel von David und Saul. Nach seinem misslungenen Mordversuch an David fing Saul an sich vor ihm zu fürchten, weil der Herr David beschützt, ihn aber verlassen hatte. Damit er nicht mehr in seiner Umgebung war, machte ihn Saul zum Obersten einer Tausendschaft. Vielleicht mit dem Hintergedanken, dass er aus dem Feldzug nicht mehr zurückkommen würde? Aber weit gefehlt: „David hatte Erfolg, wohin ihn auch sein Weg führte, und der Herr war mit ihm.“ (1. Samuel 18:14). Saul bekam nun noch mehr Angst vor ihm und gab ihm noch einen gefährlicheren Auftrag. Und hier tritt sein Hintergedanke zu Tage: „Ich will nicht meine Hand gegen ihn erheben; das sollen die Philister tun.“ (1. Samuel 18:17). Weitere Fehlversuche Sauls, sich David zu entledigen, schlagen ebenfalls fehl, denn überall hatte David Erfolg, weil der Herr mit ihm war. Saul freute sich absolut nicht über den Erfolg Davids, ganz im Gegenteil, aus Angst vor einem Rivalen entstand Feindschaf: „... So wurde Saul für alle Zeit zum Feind Davids.“ (1. Samuel 18:29).
In Prediger 4:4 sagt uns der Davidsohn Kohelet, der König in Jerusalem war, dass jedes erfolgreiche Tun Konkurrenzkampf zwischen den Menschen bedeutet. Ich lerne daraus, dass, anstatt neidisch auf den Erfolg eines anderen zu sein, sich darüber freuen der bessere Weg ist. Gerne versuche ich die Weisheit anzuwenden: „Verzehrender Neid soll mich nicht auf meinem Weg begleiten; denn er hat mit der Weisheit nichts gemein.“ (Weisheit 6:23), denn: „... durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt und ihn erfahren alle, die ihm angehören.“ (zum einen der Neid Luzifers im Garten Eden mit der erfolgreichen Versuchung Adams und Evas, zum anderen auch der Brudermord des Kain an Abel; Weisheit 2:24). Wie gehst du mit dem Erfolg anderer um?

A painting by Robert T. Barrett of Cain leaning on a staff and Abel holding a lamb, with storm clouds gathering overhead.Kain freute sich nicht über den Erfolg seines Bruders Abel
(Genesis 4:8; Bild: Quelle)

Freitag, 23. Juni 2017

Durch eine heilige Berufung berufen

Alma der Jüngere, und Hohepriester über die ganze Kirche, bezeugt uns um die 76 v.Chr.: „Ja, und derselbe Gott hat seine Kirche unter ihnen aufgerichtet; ja, und derselbe Gott hat mich durch eine heilige Berufung berufen, diesem Volk das Wort zu predigen, und hat mir viel Erfolg gegeben, woran ich große Freude habe.“ (Alma 29:13).
Durch eine heilige Berufung berufen. Was ist darunter zu verstehen? Im weltlichen Sinne ist eine Berufung eine Aufforderung zur Übernahme eines Lehrstuhls oder einer Professur, eines Amtes in einem wissenschaftlichen, politischen oder künstlerischen Bereich. Im kirchlichen Sinne handelt es sich um die Einladung Gottes oder eines seiner rechtmäßig bevollmächtigten Kirchenführer, auf eine vorgegebene Weise zu dienen. Wie dies geschieht, wird uns am Beispiel der Berufung Josuas aufgezeigt. Mose bat den Herrn einen Anführer der Gemeinde des Herrn einzusetzen, damit sie einen `Hirten´ habe (Numeri 27:16). Der Herr antwortete ihm, dass er Josua, einen geisterfüllten Mann, nehmen solle und ihm die Hände auflegen solle (Numeri 27:18). Vor den Priestern und der Gemeinde sollte Mose ihm dann seine Aufgaben benennen und ihm einen Teil seiner Würde (Vollmacht) übertragen (Numeri 27:19-20).
Auf die gleiche Art und Weise werden auch heute noch Berufungen in der Kirche des Herrn ausgesprochen, denn „... keiner nimmt sich eigenmächtig diese Würde, sondern er wird von Gott berufen, ...“ (Hebräer 5:4). Der zuständige rechtmäßig bevollmächtigte Kirchenführer, z. B. der Bischof einer Gemeinde, wählt mit seinen Ratgebern eine vom Geist erfüllte Person für eine bestimmte Aufgabe, gebeterfüllt und auf geistige Führung durch den Herrn achtend (Apostelgeschichte 13:2), aus. Die so ausgewählte Person wird der Gemeinde vorgelegt und dann durch Händeauflegen in das Amt eingesetzt. Dabei werden ihr die notwendigen Vollmachten (Würde) übertragen. Derjenige, der die Berufung angenommen hat, steht nun in der Pflicht, diese Aufgabe treu zu erfüllen, sie groß zu machen (Lehre und Bündnisse 84:33) und hat die Verheißung, dass der Herr ihn segnen wird (Lehre und Bündnisse 9:14). Fast ein jedes Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, bekommt die Möglichkeit, für eine bestimmte Zeit, in einer Berufung zu dienen. So wird es im Laufe seines Lebens mit den unterschiedlichsten Aufgaben betraut und dadurch Erfahrung sammeln und wachsen (Römer 12:6-8). Wie haben dir deine Berufungen bisher geholfen zu wachsen?

A painting by Darrell Thomas of white-haired Moses placing his hands on the head of Joshua, who kneels before him.Mose ordiniert Josua, von Darrell Thomas
(Bild: Quelle)

Donnerstag, 22. Juni 2017

Ich denke auch an die Gefangenschaft meiner Väter

Alma der Jüngere, und Hohepriester über die ganze Kirche, freut sich darüber, dass seine Gebete erhört wurden und er in den Händen Gottes ein Werkzeug sein durfte (Alma 29:9-10). „Ja, und ich denke auch an die Gefangenschaft meiner Väter; denn ich weiß gewiss, dass der Herr sie aus der Knechtschaft befreit hat und dadurch seine Kirche aufgerichtet hat; ja, der Herr, Gott, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat sie aus der Knechtschaft befreit.“ (Alma 29:11).
Ich denke auch an die Gefangenschaft meiner Väter. Und im nächsten Vers erweitert er noch: „Ja, ich habe immer an die Gefangenschaft meiner Väter gedacht; und derselbe Gott, der sie aus den Händen der Ägypter befreit hat, der hat sie aus der Knechtschaft befreit.“ (Alma 29:12). Immer an seine Vorfahren zu denken, erinnert mich an das fünfte Gebot (je nach Zählweise das vierte): „Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.“ (Exodus 20:12). Ist es manchmal so, dass Kinder meinen, dem Gebot sei Genüge getan, wenn man der Mutter am Muttertag mal das Frühstück mit einem riesigen Blumenstrauß ans Bett bringt? Aber damit hat sich´s dann auch schon, das Geschirr soll sie doch gefälligst selber waschen und auch wieder wegräumen. Meistens ist es doch leider so, dass einem das Ehren nicht so leicht fällt, wenn man seine Eltern noch um sich hat. Da stößt man sich doch gerne an dem einen oder andern, was sie von einem fordern. Dann kommt noch mit zunehmendem Alter der Eltern hinzu, dass man sich nun um sie kümmern muss. Dabei wird häufig außer Acht gelassen, dass sie sich zeitlebens doch um einen gekümmert und sich aufgeopfert haben.
Ich habe meinen Vater schon im Alter von 10 Jahren verloren und denke gerne und häufig an ihn zurück, auch an seine schwere Zwangsarbeit, die er leisten musste und die u. a. dann auch zu einem früheren Ableben beigetragen hat. Wenn ich an ihn denke, kommt mir als Erstes immer in den Sinn, dass er sich bei Bestrafungen, die mir zugestanden hätten, immer vor mich gestellt hat und meinte, dass Mutti lieber ihn hauen sollte, als mich. Meine Mutter habe ich im Alter von 22 Jahren verabschieden dürfen. Bei ihr fällt mir als erstes ein, dass sie unermüdlich für mich geschuftet hat, um mir ein besseres Leben zu ermöglichen. Dafür hat sie auf so vieles verzichtet, was ihr Leben hätte erleichtern können. Ich bin nun nicht in der Situation, dass ich in ihrem hohen Alter für sie sorgen muss, denke dessen ungeachtet aber immer voller Dankbarkeit und Hochachtung an sie und versuche dieses Gebot, welches im Übrigen als einziges eine Verheißung beinhaltet, insofern zu halten, dass ich das, was sie mich gelehrt und mir vorgelebt haben, auch in meinem Leben richtig anwende, ihren Namen, den ich tragen darf, in Ehren zu halten und natürlich auch den Namen meines Vaters im Himmel, den ich auf mich nehmen durfte. Wie gehst du mit diesem Gebot um?

Viertes Gebot(Bild: Quelle)

Mittwoch, 21. Juni 2017

Der Herr gewährt allen Nationen von ihrer eigenen Nation und Sprache, sein Wort zu lehren

Alma der Jüngere, und Hohepriester über die ganze Kirche, stellt fest, dass er nicht allen Enden der predigen muss (Alma 29:7): „Denn siehe, der Herr gewährt allen Nationen von ihrer eigenen Nation und Sprache, sein Wort zu lehren, ja, in Weisheit, alles das, was er für richtig hält, dass sie haben sollen; darum sehen wir, dass der Herr mit Weisheit Rat gibt gemäß dem, was recht und wahr ist.“ (Alma 29:8).
Der Herr gewährt allen Nationen von ihrer eigenen Nation und Sprache, sein Wort zu lehren. Moroni, der letzte Schreiber des Buches Mormon, lässt uns wissen, dass Jesus Christus mit ihm von Angesicht zu Angesicht geredet hat, und zwar in seiner eigenen Sprache (Ether 12:39). Macht ja auch keinen Sinn, wenn jemand aus einer anderen Nation, mit unterschiedlicher Kultur und Sprache, mir versucht in seiner, mir nicht verständlichen Sprache, eine Lehre zu vermitteln. Bei einem solchen Versuch würden große Verständigungsprobleme, und somit Missverständnisse auftreten. Um dies zu vermeiden, wird allen Menschen das Evangelium von Jesus Christus in ihrer eigenen Sprache verkündet werden (Offenbarung 14:6-7). Ein wunderbares Beispiel hierfür gibt uns das Pfingstereignis im Neuen Testament, wo vom Heiligen Geist erfüllte Galiläer in fremden Sprachen redeten und: „... 6  Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. ...“ (Apostelgeschichte 2:4-11).
Wie dankbar bin ich doch, dass der Herr uns in unserer jeweiligen Muttersprache unterweist, und wir sein Evangelium auf diese Weise richtig verstehen können (Lehre und Bündnisse 133:37), auf dass ein jeder, der daran glaubt, „... Vergebung empfange für seine Sünden ...“ (Mosia 3:13,20). Wir dürfen in dieser Zeit leben, in der uns die heiligen Schriften in unserer jeweiligen Muttersprache zur Verfügung stehen, wie es Alma der Jüngere vorhergesagt hat (Alma 37:4). Ich bin so dankbar für die Zeit, die ich als Ruheständler aufbringen kann, um das Wort Gottes eifriger als früher in mich aufsaugen zu können, um „... in der Erkenntnis der Wahrheit stark ...“ zu werden (Alma 17:2). Wie nutzt du diese Möglichkeit?

A woman wearing colorful clothing and holding open a set of scriptures in a zipper-closure case.(Bild: Quelle)

Dienstag, 20. Juni 2017

Wer Gut von Böse nicht unterscheiden kann, ist ohne Tadel

Alma der Jüngere, und Hohepriester über die ganze Kirche, bringt zum Ausdruck: „Ja, und ich weiß, Gut und Böse ist vor alle Menschen gekommen; wer Gut von Böse nicht unterscheiden kann, ist ohne Tadel; wer aber Gut und Böse erkennt, dem wird gemäß seinen Wünschen gegeben, sei es, dass er Gutes wünscht oder Böses, Leben oder Tod, Freude oder Gewissensqual.“ (Alma 29:5).
Wer Gut von Böse nicht unterscheiden kann, ist ohne Tadel. Wie ist diese Aussage zu verstehen? Könnte ich mich also bei Fehlverhalten damit herausreden, dass ich nicht in der Lage war, Gut von Böse zu unterscheiden? Da kommt mir eine Aussage aus dem Brief an die Judenchristen, die Hebräer, in den Sinn, in der es um die Art und Weise, wie eine schwache Gemeinde gestärkt werden kann, geht. Der Verfasser des Briefes stellt fest, dass die Mitglieder der Gemeinde die Grundlagen des Evangeliums noch nicht verstanden haben, und sagt: „... Milch habt ihr nötig, nicht feste Speise. 13 Denn jeder, der noch mit Milch genährt wird, ist unfähig, richtiges Reden zu verstehen; er ist ja ein unmündiges Kind;3 14 feste Speise aber ist für Erwachsene, deren Sinne durch Gewöhnung geübt sind, Gut und Böse zu unterscheiden.“ (Hervorhebung hinzugefügt; Hebräer 5:12-14).
Uns wird hier erklärt, dass der Mensch durch Gewöhnung geübt sein muss, um Gut von Böse unterscheiden zu können. Wenn er dazu von seiner geistigen Aufnahmefähigkeit her nicht in der Lage ist, muss ihm seinem Begriffsvermögen entsprechend gelehrt werden. An die Kirche in Korinth schreibt Paulus: „Vor euch, Brüder, konnte ich aber nicht wie vor Geisterfüllten reden; ihr wart noch irdisch eingestellt, unmündige Kinder in Christus.“ (Hervorhebung hinzugefügt; 1. Korinther 3:1). Des Weiteren denke ich daran, dass der Herr selber uns klar gemacht hat, dass nur diejenigen getauft werden, „... die die Jahre der Verantwortlichkeit erreicht haben.“ (Lehre und Bündnisse 18:42) und somit in der Lage sind Verständnis für das Evangelium aufzubringen. Der Vater Moronis, Mormon, schreibt an seinen Sohn, dass Taufe nur für diejenigen notwendig ist, „...die verantwortlich sind und imstande, Sünde zu begehen ...“ (Moroni 8:10). Also nur wer aufgrund seiner Auffassungsgabe nicht imstande ist, Gut von Böse zu unterscheiden, ist demzufolge `ohne Tadel´. Wie ist dein Verständnis dieses Punktes?

Gro�darstellung des BildesGut und Böse ist nicht immer so einfach zu unterscheiden
(Bild: Quelle)

Montag, 19. Juni 2017

Ich bin ein Mensch und versündige mich mit meinem Wunsch

Alma der Jüngere, der oberste Hohepriester der Kirche, spricht über seinen Herzenswunsch, ein Engel sein zu dürfen und sein Wort mit seiner Posaune verkünden zu dürfen (Alma 29:1-2), stellt dann aber fest: „Aber siehe, ich bin ein Mensch und versündige mich mit meinem Wunsch; denn ich sollte mit dem zufrieden sein, was der Herr mir zugeteilt hat.“ (Alma 29:3).
Ein Wunsch ist das Begehren nach einer Sache oder Fähigkeit, oder zumindest das Hoffen auf eine Veränderung der Realität. Wünsche können bewusst als auch unbewusst (Alma 41:3) sein. Mit einem Wunsch erstrebt man eine Veränderung der Realität oder Wahrnehmung zum Guten, z. B. Friedenswünsche - „Friede diesem Haus!“ (Lukas 10:25; siehe auch Alma 41:5), oder auch zum Bösen, z.B. Verwünschungen - „jemandem die Pest an den Hals wünschen“. Als Kind waren Festtage Tage der Wünsche. Man wurde eventuell sogar aufgefordert sich etwas zu wünschen, und wenn man sich anständig benommen hat, konnte man auch darauf hoffen, dass ein angemessener Wunsch in Erfüllung ging. Ich denke da an Jesus, er hat seine Jünger gefragt: „Was wünscht ihr euch von mir, nachdem ich zum Vater gegangen sein werde?“ (3. Nephi 28:1). Außer Dreien wünschten sich alle schnell nach ihrem Erdenleben in sein Reich kommen zu dürfen (3. Nephi 28:2) und der Herr gewährte ihnen diesen (3. Nephi 28:3). Die anderen drei wussten nicht, ob ihr Wunsch rechtschaffen war (3. Nephi 28:4-5). Aber Jesus kannte ihren Wunsch (3. Nephi 28:6) und gewährte ihnen auch diesen, nämlich Menschenseelen zum Herrn zu führen, solange die Erde besteht, ohne den Tod zu schmecken (3. Nephi 28:7-9).
Ich bin ein Mensch und versündige mich mit meinem Wunsch. Warum meint er, dass er sich mit diesem Wunsch versündigt? Versündigen kann man sich doch nur mit nichtrechtschaffenen Wünschen. Nun, er gibt uns selbst die Antwort, indem er sagt, dass er sich mit dem zufriedengeben sollte, was der Herr ihm gewährt hat. Ich lerne daraus, dass ich meine Wünsche in einem Rahmen halten sollte, von dem ich annehmen kann, dass der Herr ihn auch erfüllen würde (Alma 29:4). Wie gehst du mit Wünschen um?
(Bild: Quelle)

Sonntag, 18. Juni 2017

So sehen wir den großen Grund für Leid und auch für Freude

„Und so sehen wir den großen Ruf an den Fleiß der Menschen, in den Weingärten des Herrn zu arbeiten; und so sehen wir den großen Grund für Leid und auch für Freude—Leid wegen des Todes und der Vernichtung unter den Menschen, und Freude wegen des Lichtes Christi zum Leben.“ (Alma 28:14).
So sehen wir den großen Grund für Leid und auch für Freude. Eine japanische Weisheit besagt: „Leid und Freude sind Weggenossen des Lebens.“ Und eine weitere besagt: „Freude ist der Keim des Leids, Leid der Keim der Freude.“ Wie wahr! Freude als Gabe des Heiligen Geistes (Galater 5:22), ist ein Zustand des Glücklichseins und entspringt einem rechtschaffenen Leben. Allerdings kann man nur Freude empfinden, wenn es auch das Gegenteil davon gibt: Elend (2. Nephi 2:23). Einer ist schuld dran, dass wir dieses Empfinden haben dürfen: Adam; „Adam fiel, damit Menschen sein können, und Menschen sind, damit sie Freude haben können.“ (2. Nephi 2:25). Allerdings werden wir eine Fülle der Freude erst erleben, wenn wir in der Gegenwart unseres Erlösers leben dürfen (Lehre und Bündnisse 101:36).
Was muss ich also tun, um Freude, wenn auch nicht vollkommene, schon in diesem Leben erfahren zu können? Ich muss mir dessen bewusst sein, dass ich Freude nur in Zusammenhang mit Leid erleben kann, beide sind Weggenossen meines Lebens. Und ich muss wissen, dass Freude nur zu erleben ist, wenn ich mich an die Gebote des Herrn halte. In der Herbstgeneralkonferenz 2015 sagte Elder Richard J. Maynes von der Präsidentschaft der Siebziger: „Die Freude, die wir in diesem Leben erfahren, steht in direktem Zusammenhang damit, wie genau wir auf die Lehren, das Beispiel und das Sühnopfer Jesu Christi ausgerichtet sind.“ (siehe hier). Wenn ich meine Freude nun auch noch mit meinem Nächsten teile, dann verdoppelt sie sich sogar und umgekehrt, halbiert sich das Leid, wenn es mit anderen geteilt wird. Du kennst das deutsche Sprichwort: „Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freud ist doppelte Freud.“? Ich weiß aber auch, dass ich im Leid getröstet werde (Matthäus 5:4). Wie gehst du mit Freud und Leid um?

A photograph of flowers paired with the words of 2 Nephi 2:25.Menschen sind, damit sie Freude haben können
(2. Nephi 2:25; Bild: Quelle)

Donnerstag, 15. Juni 2017

So sehen wir, wie groß die Ungleichheit der Menschen ist

„Und so sehen wir, wie groß die Ungleichheit der Menschen ist, infolge von Sünde und Übertretung und der Macht des Teufels, die sich aus den schlauen Plänen ergibt, die er ersonnen hat, um das Herz der Menschen einzufangen.“ (Alma 28:13).
So sehen wir, wie groß die Ungleichheit der Menschen ist. Ist Ungleichheit unter den Menschen etwas Verwerfliches? Für mich ist das eine merkwürdige Eigenart des Menschen: Jeder möchte sich gerne von seinem Nächsten abheben, seine Individualität zeigen und das nach Möglichkeit insofern, dass er sich als wertvoller, in der Rangordnung als höhergestellter darstellen kann, den anderen als untergeordnet ansehend Befehle geben kann. Es bildet sich eine `Hackordnung´ heraus, eine besondere Ausprägung des Sozialverhaltens, übrigens auch bei Tieren. Kraftvolle, dominante Individuen setzen gegenüber anderen Gruppenmitgliedern ihre Überlegenheit mehr oder weniger rücksichtslos durch. Der ranghöhere genießt in der Gruppe stets bestimmte Vorteile. Im Gegenzug verlässt sich die Gruppe darauf, dass sie durch ihn geführt werden. Durch die Rangordnung wird der Status eines Individuums in der Gruppe definiert. Und wer wünscht sich nicht einen hohen bis sehr hohen Status?
Was ist aber der Nachteil eines solchen Strebens? Wenn Satan in den Herzen höhergestellter Persönlichkeiten Macht ergreift, so führt dies dazu, dass Überheblichkeit aufkommt, die rangniedrigeren verachtet werden und das Mitempfinden mit den nicht so erfolgreichen abstumpft (Alma 4:12). Das soziale System läuft Gefahr auseinanderzubrechen (3. Nephi 6:14), es entstehen unterschiedliche Klassen (3. Nephi 6:12). Wie sieht es da mit dem Motto der Französischen Revolution aus: „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit (geschlechterneutral: Solidarität)“? Es gab oft genug Zeiten, in denen es unter den Menschen keine Ungleichheiten gab und das waren Zeiten, in denen der Herr seinen Geist ausgießen konnte (Alma 16:16). Ja es gab sogar Zeiten, in denen Gleichheit als strenges Gebot ausgegeben war (Mosia 27:3). Mosia verbreitete unter seinem Volk die Lehre des Herrn, dass es kein Standesdenken zwischen den Menschen geben soll (Mosia 23:7). Ich halte mich gerne daran, „... dass jedermann seinen Nächsten achten solle wie sich selbst ...“ (Mosia 27:4). Auch in einer Welt in der aus gegebenen Umständen Über- und Unterordnung zwingend notwendig sind, ist dieses möglich (1. Petrus 1:17). Was ist deine Einstellung zu Ungleichheit?

20-Francs-Münze, 1851
(Bild: Quelle)

Mittwoch, 14. Juni 2017

Um zur rechten Hand Gottes in einem Zustand nie endender Glückseligkeit zu wohnen

„Während viele tausend andere wahrhaftig um den Verlust ihrer Verwandten trauern, sich aber doch freuen und in der Hoffnung frohlocken, ja, selbst in der Gewissheit, gemäß den Verheißungen des Herrn, dass sie erhoben sind, um zur rechten Hand Gottes in einem Zustand nie endender Glückseligkeit zu wohnen.“ (Alma 28:12).
Um zur rechten Hand Gottes in einem Zustand nie endender Glückseligkeit zu wohnen. Hiermit wird also zum Ausdruck gebracht, dass der Platz zur rechten Hand Gottes ein bevorzugter Platz ist, ein Platz, den es sich zu verdienen gilt. Man muss ein rechtschaffenes Leben führen, um diesen Platz zugewiesen zu bekommen (Alma 5:58). In diesem Bemühen muss man dann auch noch bis zum Ende des irdischen Daseins ausharren (Mosia 26:23-24).
Dabei fällt mir die Begebenheit mit der Mutter der Söhne des Zebedäus ein, die vor dem Herrn niederfiel und ihn darum bat, dass ihre Söhne in seinem Reich den Platz zu seiner Rechten und Linken einnehmen dürften. Worauf der Herr zurückfragte, ob sie denn an seinem Leid teilhaben könnten, was diese bejahten. Jesus antwortete darauf: „Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat.“ (Matthäus 20:23). Damit brachte er zum Ausdruck, dass wir Menschen, genau wie er es vorgelebt hat, uns nicht durch das Streben nach dem besten Platz auszeichnen sollen, sondern durch unsere Dienstbereitschaft. Ich lerne daraus, dass ich mich nicht um einen guten Platz bewerben darf, sondern dass dieser durch den Vater vergeben wird (Markus 10:40). Wie gehst du vor, um einen guten Platz in der Nähe des Herrn zugeteilt zu bekommen?

A painting of Christ washing His Apostles’ feet, paired with the words “He That Is Greatest among You Shall Be Your Servant.”Der Größte von euch soll euer Diener sein.
(Matthäus 23:11; Bild: Quelle)

Dienstag, 13. Juni 2017

Dass sie einem Zustand endlosen Wehs überantwortet sind

Wegen der Unbelehrbarkeit der Lamaniten, und ihres Hasses auf ihre Brüder, führten diese Krieg gegen die Nephiten, wurden aber von diesen unter eigenen großen Verlusten geschlagen und verjagt (Alma 28:3). „Und die Leiber vieler Tausender sind in die Erde gelegt worden, während die Leiber vieler Tausender in Haufen auf dem Antlitz der Erde vermodern; ja, und viele Tausende trauern um den Verlust ihrer Verwandten, weil sie gemäß den Verheißungen des Herrn Grund zu der Furcht haben, dass sie einem Zustand endlosen Wehs überantwortet sind.“ (Alma 28:11).
Dass sie einem Zustand endlosen Wehs überantwortet sind. Was ist unter endlosem Weh zu verstehen?
Endlos
Etwas Endloses hat keinen Anfang und kein Ende, etwas was wir Sterblichen uns nicht vorstellen können. Wir leben einfach in dem Verständnis von Geburt und Tod, also Anfang und Ende. Bei dem Begriff endlos, denke ich an die Erklärung, die der Herr dem Mose in der Köstlichen Perle gibt, wo er mit Mose über sich und seine Werke redet: „Siehe, ich bin der Herr, der Allmächtige Gott, und Endlos ist mein Name; denn ich bin ohne Anfang der Tage und ohne Ende der Jahre, und ist das nicht endlos?“ (Köstliche Perle Mose 1:3).
WehWenn einem etwas weh tut, hat das etwas mit Schmerz zu tun. Schneidet man sich in den Finger, tut das weh. Wenn von der Überantwortung in einen Zustand des endlosen Wehs die Rede ist, hat das etwas mit dem Erleben von Schmerzen zu tun, die nie enden werden. Wenn ich aufgrund von Übeltun und keiner Umkehr für immer aus der Gegenwart Gottes ausgeschlossen sein werde (Helaman 12:22), so ist das ein Weh, welches kein Ende nehmen wird. Es schmerzt mich für immer und immer, weil ich weiß, dass ich es vermasselt habe.
Will ich also einem immerwährenden Weh entgehen, muss ich umkehrbereit sein und Glauben an den Herrn Jesus Christus haben (Mosia 3:12). Wie vermeidest du endloses Weh?

LDS Plan of SalvationWenn ich aus eigener Feindseligkeit Gott gegenüber für ewig in einer niedrigeren Herrlichkeit lande, so stelle ich mir vor, wird das für mich ein `endloses Weh´ sein. Aber auf jeden Fall, wenn ich dadurch in der äußersten Finsternis lande.
(Bild: Quelle)

Montag, 12. Juni 2017

Nun war dies gewiss ein kummervoller Tag, ja, eine Zeit ernster Besinnung

Die Lamaniten, die sich nicht bekehrt hatten, kämpften in einem schrecklichen Krieg gegen die Nephiten mit unzähligen Opfern unter ihnen (Alma 28:2), aber auch unter den Nephiten, jedoch konnten diese die Angreifer verjagen (Alma 28:3). Die Folgen wurden natürlich betrauert (Alma 28:4-5). „Und nun war dies gewiss ein kummervoller Tag, ja, eine Zeit ernster Besinnung und eine Zeit von viel Fasten und Beten. 7  Und so endet das fünfzehnte Jahr der Regierung der Richter über das Volk Nephi;“ (Alma 28:6-7).
Nun war dies gewiss ein kummervoller Tag, ja, eine Zeit ernster Besinnung. Ist etwas Ungewöhnliches, Weitreichendes, Einschneidendes geschehen, kehrt meist eine Zeit ein, in der man das Geschehene versucht geistig zu verarbeiten. Man sinnt über das Geschehene nach und überlegt, was es einem gebracht hat, mit einem gemacht hat, was man daraus für die Zukunft lernen sollte. Man begibt sich in einen Zustand, in dem man versucht geistig klar und bewusst das Geschehene aufzuarbeiten. Vielfach begleiten einen dabei besonders geschulte Kräfte.
Wir leben gerade in einer `aus den Fugen geratenen Welt´. In einer solchen Epoche muss es auch immer wieder Zeiten der Besinnung geben. Sei es nach einem schweren Unfall, einer schweren Erkrankung, einem Trauerfall, einem Terroranschlag, einem Krieg ... In der Zeit nach einem solchen einschneidenden Ereignis, muss man erst `wieder zur Besinnung kommen´. Man muss das Geschehene mental verarbeiten, um nicht zu verzweifeln, um wieder frei für die Zukunft zu werden. In einem anderen Zusammenhang, nämlich dem von rechtem Verhalten gegenüber Irrlehrern, schreibt Paulus an Timotheus: Man solle auch diejenigen, die sich hartnäckig dem Willen Gottes widersetzen, mit Güte zurechtweisen, denn „Vielleicht schenkt Gott ihnen dann die Umkehr, damit sie die Wahrheit erkennen, 26  wieder zur Besinnung kommen und aus dem Netz des Teufels befreit werden, der sie eingefangen und sich gefügig gemacht hat.“ (Hervorhebung hinzugefügt; 2. Timotheus 2:25-26). Auch um aus dem Netz der fürchterlichen Geschehnisse, deren Ursache vielfach der Teufel ist, befreit zu werden, brauchen wir eine Zeit der Besinnung, um neue Energie tanken zu können, um uns für Kommende Ereignisse zu stärken. Beste Orte hierfür sind diejenigen, in denen ich dem Herrn so nahe wie nur möglich sein kann. Welches sind deine Orte, an denen du dich ernsthaft `besinnen´ kannst?

Sicher bietet das Haus des Herrn einen Ort für ernsthafte Besinnung
(Bild: Quelle)

Sonntag, 11. Juni 2017

Nachdem das Volk Ammon sich im Land Jerschon niedergelassen hatte und auch eine Kirche im Land Jerschon aufgerichtet war

In einer Volksabstimmung hatten die Nephiten den bekehrten Lamaniten das Land Jerschon überlassen (Alma 27:22). „Und nun begab es sich: Nachdem das Volk Ammon sich im Land Jerschon niedergelassen hatte und auch eine Kirche im Land Jerschon aufgerichtet war und die Heere der Nephiten rings um das Land Jerschon, ja, im ganzen Grenzgebiet rings um das Land Zarahemla aufgestellt waren, siehe, da waren die Heere der Lamaniten ihren Brüdern in die Wildnis gefolgt. 2  Und so gab es einen gewaltigen Kampf, ja, selbst so einen, wie man ihn unter allem Volk im Land von der Zeit an, da Lehi Jerusalem verlassen hatte, nie erlebt hatte; ja, und Zehntausende Lamaniten wurden getötet und weithin zerstreut.“ (Alma 28:1-2).
Nachdem das Volk Ammon sich im Land Jerschon niedergelassen hatte und auch eine Kirche im Land Jerschon aufgerichtet war. Überall, wo es Menschen gab, die sich zum Herrn Jesus Christus bekehrt hatten, wurde von bevollmächtigten Dienern des Herrn eine Kirche aufgerichtet. Im Neuen Testament wird die Kirche des Herrn als Leib bezeichnet (1. Korinther 12:12-13Römer 12:4-5). Dort wo es Kirchen des Herrn gibt, sind sie auf das Fundament von Apostel und Propheten gegründet (Epheser 2:19-20). Der Dienst in den Kirchen wird von verschiedenen Amtsträgern wahrgenommen (Epheser 4:11). Das Haupt der Kirche ist und bleibt Jesus Christus selbst (Epheser 5:23). Wenn die Anzahl der auf Christus getauften zu groß wird, werden eben mehrere Gemeinden (im Buch Mormon auch Kirchen genannt) gegründet, zusammen bilden sie die (ganze) Kirche des Herrn (Mosia 25:19-22) und ihr Name ist der ihres Herren (3. Nephi 27:8). Der Zweck der Kirche des Herrn besteht darin, Einheit im Glauben sicher zu stellen und seine Kinder zu vervollkommnen (Epheser 4:13-14).
Auch heute gibt es diese Kirche des Herrn Jesus Christus auf Erden. Nachdem die Führer der Kirche zu Jesu Zeiten alle nach und nach umgebracht worden sind, war die Vollmacht des Herrn nach relativ kurzer Zeit nicht mehr auf Erden und es begann eine Zeit der Dunkelheit, eine Zeit ohne bevollmächtigte Diener des Herrn. Nach und nach wurden wieder Wege eröffnet, dass seine Vollmacht auf Erden wiederhergestellt werden konnte. Solche Wege bestanden darin, dass es Menschen gab, die vom Geist des Herrn angeleitet wurden, wie z. B. Reformatoren wie Martin Luther, Philipp Melanchthon, Huldrych, Zwingli, Martin Bucer und Johannes Calvin, Johannes Brenz, Johannes Bugenhagen, Heinrich Bullinger sowie evangelisch gesinnte Fürsten wie etwa Georg von Anhalt oder Philipp I. von Hessen, oder die Bibelübersetzer Tyndale und Luther, oder die Erfindung des  Buchdrucks, oder das ausgeprägte Streben nach Freiheit. Gegen 1830 war die Zeit dann reif: Der Herr richtete sein Reich auf Erden wieder auf, und zwar so, wie er es zu seinen Zeiten aufgerichtet hatte (mehr hierzu lies hier). Kennst du die wiederhergestellte Kirche des Herrn, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage?

Der Herr Jesus ChristusSo wie vorzeiten, führt der Herr auch heute seine Kirche auf Erden
(Bild: Quelle)

Samstag, 10. Juni 2017

Sie betrachteten den Tod, wegen ihrer Hoffnung auf Christus ... , niemals auch nur mit dem mindesten Schrecken

Die Einstellung der bekehrten Lamaniten, die jetzt als das Volk Ammon bezeichnet wurden (Alma 27:26), zum Thema Mord bzw. Tod, wird im folgenden Vers deutlich: „Und sie betrachteten das Vergießen des Blutes ihrer Brüder mit allergrößtem Abscheu; und sie konnten niemals dazu gebracht werden, Waffen gegen ihre Brüder aufzunehmen; und sie betrachteten den Tod, wegen ihrer Hoffnung auf Christus und ihrer Ansichten von ihm und der Auferstehung, niemals auch nur mit dem mindesten Schrecken; darum war der Tod für sie im Sieg Christi darüber verschlungen.“ (Alma 27:28).
Sie betrachteten den Tod, wegen ihrer Hoffnung auf Christus ... , niemals auch nur mit dem mindesten Schrecken. Bei den Ammoniten hatte sich nach ihrer Bekehrung ein ausgeprägter Widerwille, eine starke Abneigung, gegenüber Mord entwickelt, sodass sie nie wieder in ihrem Leben zu den Waffen, die sie ja vergraben hatten, griffen, auch nicht, um sich gegen Angreifer zu verteidigen. Ja, sie hatten sogar keine Angst vor grausamster Hinrichtung (Alma 27:29), weil ihnen bewusst geworden ist, dass Christus kommen und dafür sorgen würde, dass der Tod seinen Schrecken verliert. Ihre Bekehrung ließ sie zu einem eifrigen und geliebten Volk werden ja, sogar einem vom Herrn hochbegünstigten Volk (Alma 27:30).
Bei diesem Tod geht es um die Trennung von Körper und Geist, dem aufgrund des Falles alle Nachkommen Adams und Evas unterliegen (Köstliche Perle Mose 6:48). Der Körper kehrt zur Erde zurück, von der er genommen wurde und der Geist wartet in der Geisterwelt (Prediger 12:7) auf das Gericht und die Auferstehung, die durch das Sühnopfer Jesu allen Menschen ermöglicht wurde (1. Nephi 10:61. Korinther 15:22). So braucht sich kein Mensch vor diesem Tod zu fürchten, denn durch Christus hat er seinen Schrecken insofern verloren, dass ausnahmslos alle wieder zum Leben erweckt werden (1. Korinther 15:53-55). Welche Wohnung wir danach allerdings beziehen dürfen, richtet sich nach unserer Lebensführung (Johannes 14:2). Wie stehst du zum Thema Sterblichkeit?

A painting of the resurrected Savior standing before Mary Magdalene outside the tomb, paired with the words “Death, Where Is Thy Victory?”Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?
(1. Korinther 15:22; Bild: Quelle)

Freitag, 9. Juni 2017

Sie zeichneten sich auch durch ihre Hingabe an Gott und auch an die Menschen aus

Voller Freude nahmen die bekehrten Lamaniten, die von den Nephiten ab nun das Volk Ammon genannt wurden, das Land Jerschon in Besitz (Alma 27:26). „Und sie waren unter dem Volk Nephi und wurden auch zu dem Volk gezählt, das der Kirche Gottes angehörte. Und sie zeichneten sich auch durch ihre Hingabe an Gott und auch an die Menschen aus; denn sie waren völlig ehrlich und untadelig in allem; und sie waren fest im Glauben an Christus, ja, bis ans Ende.“ (Alma 27:27).
Sie zeichneten sich auch durch ihre Hingabe an Gott und auch an die Menschen aus. Sich jemandem hingeben bedeutet, dass man sich mit großer Begeisterung und rückhaltlos für denjenigen einsetzt. Gebe ich mich jemandem hin, bedeutet das, dass ich mich ihm zuwende und ihm gegenüber meine Liebe zum Ausdruck bringe. Sich in Hingabe auch noch auszuzeichnen bedeutet, dass es sich um eine beispiellose, einzigartige Hingabe, handelt, eine Hingabe die seinesgleichen sucht.
Daran kann ich mir auch wieder ein Beispiel nehmen. Ich kann die Tugenden `Ehrlichkeit´ und `feststehen im Glauben´ noch viel weiter ausbauen und das sowohl gegenüber meinem Gott als auch gegenüber meinen Mitmenschen. Eine Warnung, mich in Sachen Hingabe an Christus, von Satan nicht täuschen zu lassen, lese ich in der Aussage des Paulus an die Mitglieder der Gemeinde in Korinth: „Ich fürchte aber, wie die Schlange einst durch ihre Falschheit Eva täuschte, könntet auch ihr in euren Gedanken von der aufrichtigen und reinen Hingabe an Christus abkommen.“ (2. Korinther 11:3). Ich darf mich von meiner Hingabe nicht abbringen lassen, wenn jemand einen anderen Christus, ein anderes Evangelium verkündigt, als das, welches seine bevollmächtigten Diener verkündigen (2. Korinther 11:4). Wie stellst du fest, ob du getäuscht wirst? Lösungsansatz: Moroni 10:4.


Die Hingabe der Sünderin zu Jesus führte zur Vergebung ihrer Sünden
(Lukas 7:36-48; Bild: Quelle)

Donnerstag, 8. Juni 2017

Alma erzählte ihnen auch, wie er mit Ammon und Aaron und seinen Brüdern bekehrt worden war

Nachdem das Volk Nephi in einem Volksentscheid beschlossen hatte, die bekehrten Lamaniten in ihrem Land aufzunehmen und ihnen sogar das Land Jerschon abzutreten, kehrte die Gesandtschaft zum Lagerplatz der Anti-Nephi-Lehier in die Wildnis an die Grenze des Landes der Nephiten zurück: „Nun begab es sich: Als Ammon dies gehört hatte, kehrte er, und auch Alma mit ihm, zum Volk Anti-Nephi-Lehi in die Wildnis zurück, wo sie ihre Zelte aufgebaut hatten, und tat ihnen dies alles kund. Und Alma erzählte ihnen auch, wie er mit Ammon und Aaron und seinen Brüdern bekehrt worden war.“ (Alma 27:25).
Alma erzählte ihnen auch, wie er mit Ammon und Aaron und seinen Brüdern bekehrt worden war. Die wundersame Bekehrungsgeschichte können wir nachlesen im Mosia 27:10-24. Ich gehe davon aus, dass Alma den Bekehrten Lamaniten hiermit die Wahrheit dessen, was ihnen durch die Missionare gelehrt wurde, bekräftigen wollte. Er legte ihnen Zeugnis von der Wahrheit ab anhand ihrer eigenen Bekehrungsgeschichte.
Auch ich kann Zeugnis davon ablegen, dass das, was die Missionare meiner Mutter und mir an Grundlagen des Evangeliums von Jesus Christus mitgeteilt hatten, wahr ist. Ich habe auch ein felsenfestes Zeugnis davon, dass die Kirche, die sie uns vorgestellt haben, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, in der Tat die Kirche ist, die vom Herrn, durch von ihm beauftragte und berufene Diener hier auf Erden, geführt und geleitet wird. Sein derzeitiger Prophet, Seher und Offenbarer ist Thomas S. Monson (siehe hier). Meine Bekehrungsgeschichte kannst du hier nachlesen. Wie bin ich zu diesem Zeugnis gekommen? Ich bin einfach dem Rat gefolgt, den uns Moroni, der letzte Schreiber des Buches Mormon, mit auf den Weg gegeben hat: Gott mit aufrichtigem Herzen und wirklichem Vorsatz und Glauben an Christus, im Namen von Jesus Christus fragen (Moroni 10:4). Ich bezeuge, dass die Macht des Heiligen Geistes, mir die Wahrheit in meinem Herzen bestätigt hat (Moroni 10:5). Welche Erfahrung hast du in Bezug auf ein Zeugnis bezüglich der Wahrheit der Kirche des Sohnes Gottes gemacht?

A portion of the Church’s name, “OF JESUS CHRIST,” on an outside wall of the Conference Center.„denn so soll meine Kirche in den letzten Tagen genannt werden, nämlich: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.“
(Lehre und Bündnisse 115:4; Bild: Quelle)

Mittwoch, 7. Juni 2017

Wir werden das Land Jerschon aufgeben

Das Resultat des Volksentscheids, den der höchste Richter der Nephiten veranlasste (Alma 27:21): „Und es begab sich: Die Stimme des Volkes erging, nämlich: Siehe, wir werden das Land Jerschon aufgeben, das im Osten am Meer liegt, das an das Land Überfluss grenzt, das im Süden des Landes Überfluss liegt, und dieses Land Jerschon ist das Land, das wir unseren Brüdern als Erbteil geben werden.“ (Alma 27:22).
Wir werden das Land Jerschon aufgeben. Die Nephiten stimmten nicht nur mit „Ja“ zur Aufnahme der `Anti-Nephi-Lehier´, ihrer ehemaligen Feinde, sondern sie entschieden auch darüber, dass sie ihnen einen Teil ihres Landes abtreten wollten und sie zudem noch mit ihrem Heer, gegen eine entsprechende Entschädigung, vor Übergriffen der nicht bekehrten Lamaniten schützen wollten, da sie ja ihre Waffen im Zuge ihrer Umkehr vergraben hatten und nicht wieder hervorholen wollten (Alma 27:23-24).
In diesem Zusammenhang muss ich an die Entscheidung unserer Kanzlerin in Bezug auf die Öffnung unserer Landesgrenzen für die Flutwelle an Flüchtlingen 2015/2016 denken. Eine mutige Entscheidung, die ihr wenig Freunde einbrachte. Ich denke, wir alle sind Flüchtlinge, die einen bleiben länger irgendwo, was sie dann ihre Heimat nennen, andere sind unstete Globetrotter. Wieso meinen wir, dass das Land, das wir unser Heimaltland nennen, uns gehören würde? Nur weil der größere Teil so aussieht und wenigere etwas anders und wir Angst haben, dass das Verhältnis kippen könnte? Auf der anderen Seite tun wir doch mehr dafür, dass viele erst gar nicht ihre Heimat verlassen wollen, weil sie ihr Auskommen und ihren Frieden dort finden. Solche Projekte unterstütz die Kirche im Rahmen der LDS Charities (siehe hier). Außer den freiwilligen Helfern kann jeder von uns diese Projekte durch Spenden in den Fond `Humanitäre Hilfe´ unterstützen.

(Bild: Quelle)

Dienstag, 6. Juni 2017

Der oberste Richter ... wünschte die Stimme des Volkes in bezug auf die Aufnahme ihrer Brüder, ..., zu erfahren

Alma der Jüngere, der Hohepriester über die ganze Kirche, begleitete seine Mitarbeiter im Missionswerk zu ihrem obersten Richter Nephihach (Alma 4:16-18), um ihm über ihren Dienst unter den Lamaniten zu berichten (Alam 21:20). „Und es begab sich: Der oberste Richter sandte einen Aufruf durch das ganze Land und wünschte die Stimme des Volkes in bezug auf die Aufnahme ihrer Brüder, nämlich des Volkes Anti-Nephi-Lehi, zu erfahren.“ (Alma 21:21).
Der oberste Richter ... wünschte die Stimme des Volkes in bezug auf die Aufnahme ihrer Brüder, ..., zu erfahren. Schon bei den Nephiten kannte man eine Gewaltenteilung. Zunächst wissen wir, dass es Könige gab, die sowohl die staatliche, als auch die kirchliche Gewalt ausübten. Dann allerdings hat König Mosia, ein gottesfürchtiger König, allerdings um 92 v. Chr. eine Gewaltenteilung vorgeschlagen (Mosia 29:11). Er ging davon aus, dass es nicht gut sei, wenn die Gewalten in einer Hand lägen, da es eben leider auch Übeltäter gibt, die nicht das Wohl des Volkes im Sinn haben, machtbesessen sind, und nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind (Mosia 29:18,21-23). Durch die Stimme des Volkes hat er ein Richtersystem etabliert (Mosia 29:25-29), das Ungleichheit vermeiden und gleiche Rechte und Freiheiten für jedermann garantieren sollte (Mosia 29:32). Das Volk bildete nun `Wahlkreise´ und wählte seine Richter (Mosia 29:39). So begannen sie eine neue Regierungsform, nämlich die der Richter (Mosia 29:44).
Wie dankbar bin ich, dass ich in einer Zeit leben darf, in der uns gleiche Rechte und Freiheit für jedermann garantiert werden, auch wenn es in diesem System Mängel gibt. Wir haben jedenfalls eine Gewaltenteilung (Verteilung der Staatsgewalt auf mehrere Staatsorgane zum Zweck der Machtbegrenzung und der Sicherung von Freiheit und Gleichheit - wie es König Mosia wollte) in die Legislative (Gesetzgebung), Judikative (Rechtsprechung) und Exekutive (Verwaltung). Und dieses System entwickelt sich bei uns nun auch immer mehr hin zu einer `direkten Demokratie´: Das Volk wird in Entscheidungen immer mehr und immer früher einbezogen (Volksentscheide). Stimmberechtigte Bürger können unmittelbar über die Annahme oder Ablehnung von Vorlagen (z.B. Gesetze) entscheiden. Freuen tue ich mich allerdings auf die Zeit, da Christus die Herrschaft übernehmen wird, denn das wird eine Zeit der wirklich gleichen Rechte und Freiheiten für jedermann (Lehre und Bündnisse 29:11).

Direkte Demokratie durch dreistufige Volksgesetzgebung
(Bild: Quelle)

Montag, 5. Juni 2017

Er war in der Freude an seinem Gott verschlungen

Ammon berichtete dem König der ganzen Lamaniten, dass der Herr eine Umsiedlung angewiesen habe (Alma 27:12-13) und der König ließ das Volk mit ihrer Habe zusammenkommen und sie zogen aus ihrer Heimat fort und kamen an die Grenze des Landes der Nephiten, Zarahemla (Alma 27:14). Ammon wollte nun zuerst die Lage in seiner Heimat sondieren (Alma 27:15) und traf dabei auf seinen Freund Missionar und Hohepriester über die ganze Kirche, Alma den Jüngeren (Alma 27:16). „Nun war die Freude Ammons so groß, dass er ganz davon erfüllt war; ja, er war in der Freude an seinem Gott verschlungen, so sehr, dass sich seine Kraft erschöpfte; und er fiel abermals zur Erde.“ (Alma 27:17).
Freude ist ein Zustand des Glücklichseins als Folge eines rechtschaffenen Lebens (2. Nephi 9:18). Auch sie ist eine Gabe des Geistes (Galater 5:22). Um Freude haben zu können, ist allerdings auch der Gegensatz hierzu notwendig: Elend. Beides erleben zu können, wurde erst durch die Übertretung Adams und Evas möglich (2. Nephi 2:22-25). Eine Fülle der Freude werden wir allerdings erst erfahren, wenn wir durch das Sühnopfer von Jesus Christus in seine Gegenwart eintreten dürfen (Lehre und Bündnisse 101:36).
Er war in der Freude an seinem Gott verschlungen. Offensichtlich kann eine so intensiv erlebte Freude jemanden so stark übermannen - plötzlich so stark über jemanden kommen, dass er nichts dagegen tun kann - dass man körperlich kraftlos wird. Die Schutzreaktion in einer solchen Situation der körperlichen Schwäche: die waagerechte Position - hinlegen. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon mal von Freude in dieser Weise verschlungen war, dass ich kraftlos wurde. Solch eine Freude empfindet nur jemand, der „... wahrhaft reumütig und demütig nach Glückseligkeit trachtet.“ (Alma 21:18). Dennoch empfinde ich tagtäglich Freude, und zwar in dem Wissen, dass Jesus Christus unser Erlöser ist, er unsere Sünden auf sich genommen hat und ich keine Angst vor dem Tod zu haben brauche - jedenfalls für den Fall, dass ich sein Sühnopfer auch annehme (1. Johannes 1:71. Nephi 11:32-33). Wann hattest du das letzte Mal ein großes Gefühl der Freude und was war dazu der Anlass?

An image of a young girl riding a bicycle, combined with a quote by President Thomas S. Monson: “Find joy in the journey.”„Freude an der Reise finden“ - Thomas S. Monson, Präsident der Kirche
(Ansprache siehe hier; Bild: Quelle)

Sonntag, 4. Juni 2017

Gesegnet ist dieses Volk in dieser Generation, denn ich werde es bewahren

Der König des ganzen Landes der Lamaniten hat Ammon aufgefordert, den Herrn zu befragen, ob sich sein bekehrtes Volk in die Obhut der Nephiten begeben sollte (Alma 27:10), wie Ammon es vorgeschlagen hatte (Alma 27:5). „Und es begab sich: Ammon ging hin und befragte den Herrn, und der Herr sprach zu ihm: 12 Zieh mit diesem Volk aus diesem Land fort, damit es nicht zugrunde gehe; denn der Satan hat großen Einfluss auf das Herz der Amalekiten, die die Lamaniten zum Zorn gegen ihre Brüder aufstacheln, damit sie sie töten; darum zieh aus diesem Land fort; und gesegnet ist dieses Volk in dieser Generation, denn ich werde es bewahren.“ (Alma 27:11-12).
Gesegnet ist dieses Volk in dieser Generation, denn ich werde es bewahren. Ammon bekam auf seine Frage vom Herrn eine Antwort. Er sollte mit den `Anti-Nephi-Lehiern´, den bekehrten Lamaniten, aus dem Land Lehi-Nephi, dem Land der Lamaniten, auswandern, und zwar in die nordwärts gelegene Heimat der Nephiten. Und dies aus dem Grund, weil der Herr diese Generation der bekehrten Lamaniten für ihre Herzenswandlung segnen und vor dem Zorn der nicht bekehrten Lamaniten bewahren wollte.
Von gesegneten Generationen ist in den Schriften häufig die Rede. So lässt der Herr sein auserwähltes Volk, die Israeliten, wissen, dass Jahwe sein treuer Gott ist, auch nach „... tausend Generationen achtet er auf den Bund und erweist denen seine Huld, die ihn lieben und auf seine Gebote achten.“ (Deuteronomium 7:9). Allerdings verfolgt der Herr auch Ungehorsam bis in die dritte und vierte Generation (Deuteronomium 5:9). Eine biologische Generation sind alle Menschen, die denselben Abstand von Vorfahren bzw. Nachkommen haben, also z.B. die Generation der Großeltern, Eltern oder Kinder. Unsere heutigen besonderen Zeugen für Jesus Christus betonen häufig, dass unsere Generation eine auserwählte Generation ist. So sagt Elder Russel M. Nelson, Präsident des Kollegiums der zwölf Apostel sich an die Jungen Erwachsenen der Kirche wendend: „Meine lieben Brüder und Schwestern, ihr seid dazu geboren, ein wahres Kind des Millenniums zu sein! Ihr seid eine auserwählte Generation (siehe 1 Petrus 2:9), von Gott zu einem bemerkenswerten Werk vorherordiniert, nämlich die Menschen dieser Welt auf das zweite Kommen des Herrn vorzubereiten.“ (Ein wahres Kind des Millenniums). Das Missionswerk betreffend, um das es ja auch bei Ammon ging, sagt Randall L. Ridd in Bezug auf die heutigen technischen Hilfsmittel: „Der Herr erwartet von euch, dass ihr diese großartigen Hilfsmittel nutzt, um sein Werk auf die nächste Stufe zu heben, um anderen das Evangelium auf eine Weise näherzubringen, die die kühnsten Vorstellungen meiner Generation übertrifft. Frühere Generationen haben ihre Nachbarn und ihren Heimatort beeinflusst. Ihr aber seid dank des Internets und der sozialen Medien imstande, Grenzen zu überbrücken und die ganze Welt zu beeinflussen.“ (Die auserwählte Generation, die gut wählen muss). Welche Mittel nutzt du, um die ganze Welt zu beeinflussen?